Ich bin ein wenig stolz auf mich, weil ich gerade das Wort „Moresome“ erfunden habe. Zumindest behaupte ich einfach, dass ich es erfunden habe, bislang habe ich es nämlich noch nie gelesen. Und ich meine damit, Sex mit mehr als zwei Personen – ja, ein Dreier ist ein „Threesome“, aber wie heißt es bei einer Gruppe aus vier oder mehr Leuten? Gangbang fand ich immer zu hart und Vierer, Fünfer, Sechser, das klingt wirklich merkwürdig. Auch Gruppe oder Group-Fun find ich sehr unpersönlich. Daher nun also Moresome.

Nun hatte ich mir für diesen Text überlegt, aus meinem recht reichen Erfahrungsschatz zu schöpfen – schönen Gruß auch, an die Nachbarn – und den ultimativen „3-Schritte-Plan“ oder „6 Punkte, die …“ oder „Aller guten Dinge sind 3“ Text schreiben, doch daraus wird nichts.

Und wie sollte es auch anders sein, die Begründung dafür ist mehr fadenscheinig als wirklich haltbar. Im Grunde weiß ja jeder wie das mit den Moresomes funktioniert. Man trifft sich mit den Menschen seiner Wahl, unterhält sich, um abzuchecken, ob man auf der gleichen Welle schwingt und irgendwann geht’s los.


Ein bisschen knutschen, ein bisschen fummeln.Vielen fällt es leichter, Sex mit Menschen zu haben, die sie kennen.

 

Bei all der Spielerei gibt es aber doch zwei extrem wichtige Faktoren, die beachtet werden sollten.

Egoismus ist scheiße. Und damit einhergeht: Habe keine Erwartungen, die sind ja in vielen Bereichen des Lebens eher unangebracht. Besonders deplatziert sind sie aber eben genau dann, wenn sich mehrere Menschen zum Sex treffen. Denn ja, manchmal läuft es nicht wie es soll. Oder, der ein oder andere „kommt“ zu kurz, das passiert.
 

Eine kanadische Studie fand übrigens heraus, dass Schwule und Bisexuelle mehr auf Safer Sex achten, je mehr Partner sie haben. Das widerspricht damit dem gängigen Klischee, das besagt, je mehr geschnackselt wird, desto weniger wird geschützt.

Text: Stephan Otto
Bild: Thomas Eakins