Diese Frage beschäftigt nicht nur Wissenschaftler und Psychologen, sondern auch so ziemlich die ganze Menschheit. Uns wird von klein auf eingetrichtert, wie Liebe zwischen 2 Menschen ausschauen muss, und was sie ausmacht: Treue, Zuneigung, Romantik, hin und wieder kitschige Candle light dinner, und vor allem: Monogamie. Dieses Rezept wird auch Text:

 
 

Sind wir Menschen eigentlich wirklich monogame Wesen?
Dank der lieben Medien und den großen Hollywood Filmen tagein tagaus in uns indoktriniert.

 
 

Aber stimmt das so? Gibt es wirklich nur einen richtigen Weg für Verliebte um glücklich zu sein?
Das Konzept der Monogamie ist eine verhältnismäßig junge Erscheinung. Das Liebesmodell, dass wir uns selbst geschaffen haben, hat nämlich seine Ursprünge im Bürgertum und in der Romantik. Wenn man nun aber den Menschen biologisch betrachtet, wird man feststellen, dass vor allem Männer einen erhöhten Fortpflanzungstrieb haben, da sie darauf ausgelegt sind, ihre DNA zu verbreiten.

Das bedeutet, wir Menschen treffen eigentlich eine Wahl, wenn wir uns mit unseren Partnern darauf einigen, dass wir monogam sein wollen. Weil es aber eine Entscheidung ist, die sich nicht auf Basis unserer natürlichen Triebe stützt, passiert es immer öfter, dass sich Paare dazu entscheiden, eine offene Beziehung zu führen. Aber eine offene Beziehung führen will gekonnt sein:

 
 

Damit eine solche Beziehung funktionieren kann, muss eine offene Gesprächskultur zwischen den Partnern herrschen. Nur mit einem konstruktiven Dialog können Missverständnisse gemieden und Gefühle offen dargelegt werden. Viele Menschen, die ihre Partner auf eine offene Beziehung ansprechen, belügen sich nämlich selbst, wenn sie gefragt werden, ob ihnen der Sex in der Beziehung nicht reichen würde.

 
 

Essentiell sind aber vor allem die Regeln und Bedingungen, unter welchen dieses Konzept ablaufen darf. Viele machen sich zum Beispiel aus, es immer ihren Partnern mitzuteilen, wenn sie mit einer anderen Person ein Date ausgemacht haben, in anderen offenen Beziehungen wiederum gilt die Regel “so diskret wie möglich”.
Natürlich spielt auch die Angst vor sexuell-übertragbaren Krankheiten eine dominante Rolle, deswegen legen auch viele fest, dass sie nur mit vertrauenswürdigen Menschen Sex außerhalb der Beziehung haben dürfen.
Eine weitere Regel, die oft ausgemacht wird, ist, dass offen kommuniziert werden muss, wenn sich Gefühle bei einem der Partner für eine andere Person entwickeln. Natürlich ist das auch nur möglich, wenn man sich darauf einigt, ob man die gleiche Person öfter treffen darf, oder man Sex mit einer Person nicht wiederholen darf.

 
 

Wenn keine Regeln festgelegt werden, oder die “Open Relationship” gar auf nicht robustem Boden gebildet wird (will heißen, sie wird nur einseitig gewollt, aber als Beziehungsretter einseitig in Kauf genommen), dann sind Probleme schon fast vorprogrammiert. Eifersuchtsdramen, Vorwürfe und ein mögliches Beziehungsende werden dann präsenter als man sich vorstellen möchte.

 
 

Also egal, wie man sich entscheidet: Ob monogam oder offen, solange man frei mit seinem Partner reden kann, geht man Missverständen aus dem Weg und dafür ein Stück weit aufeinander zu. Sollte sich im Endeffekt wirklich herausstellen, dass die Wünsche und Bedürfnisse bei beiden nicht mehr übereinstimmen, geht man wenigstens mit der Erkenntnis davon, dass die Beziehung ihre Ablaufzeit erreicht hat und man getrennt besser aufgehoben ist.

 


Text: Anas Atassi
Quelle: zeit.de