Eine typische Samstagnacht besteht gut und gerne mal aus ein paar Flaschen Bier, Longdrinks, Cocktails und vielleicht noch ein paar Shots als Absacker. Dass Alkohol nicht unbedingt etwas für den figurbewussten Menschen ist, dürfte für niemanden eine große Neuheit sein: Ein Moscow Mule bringt es auf knapp 210 Kalorien und ein White Russian sogar auf 260. Da kommt im Laufe des Abends ganz schön was zusammen. Aber Hey: Das muss man sich auch mal gönnen dürfen.

Leider greift zur Zeit ein sehr gefährlicher Trend um sich: Drunkorexia. Der Name setzt sich – offensichtlich – zusammen aus drunk, also betrunken, und Anorexia, dem Fachausdruck für Magersucht, und bedeutet, dass tagsüber bewusst auf Kalorienaufnahme und Essen verzichtet wird, um Kalorien einzusparen, damit diese dann beim abendlichen Gezeche in flüssiger Form zu sich genommen werden werden können. Der Gedanke dahinter: Auf diese Art und Weise eine Menge alkoholischer Getränke zu sich nehmen zu können ohne zuzunehmen. Diese Form der Essstörung verbindet quasi den Druck, dünn bleiben zu wollen, mit dem Wunsch, viel trinken zu können. Eine ungesunde und lebensgefährliche Kombination!
 
Amerikanische Forscher der University of Missouri fanden laut Dailymail UK heraus, dass 16 % der Befragten zugaben, Kalorien tagsüber einzusparen, um dafür mehr kalorienhaltigen Alkohol trinken zu können. Das Verhalten scheint vor allem bei weiblichen Befragten üblich.
 
Damit ist nicht zu spaßen: Man verträgt mit leerem Magen natürlich auch weniger Alkohol, was wiederum das Risiko einer Alkoholvergiftung erhöht. Das Verhalten kann außerdem zu schweren Organschäden führen und erhöhte das Risiko, eine langfristige Essstörung und/oder eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.
 
Ich finde: Das sollte uns allen zu denken geben. Der gesellschaftliche Druck, dünn zu sein, rein zu passen, gut auszusehen, ist mittlerweile unglaublich hoch. Dünnsein wird leider nach wie vor mit Willensstärke und Leistungsfähigkeit assoziiert und hat sich anscheinend auch schon in die Nächte geschlichen, in denen man sich doch eigentlich gehen lassen will, Spaß haben möchte, mit Freunden feiern will.