Bissfest muss die Nudel sein


Viele, viele Legenden ranken sich um des Mannes bestes Stück. Welche Eigenschaften ein Penis besitzen muss, um im Sturm der Leidenschaft tatsächlich gute Arbeit zu leisten, will eine Online-Umfrage nun herausgefunden haben.

Wir Menschen haben ja immer etwas an uns auszusetzen. Kein anderes Körperteil scheint dabei so kritisch beäugt zu werden, wie der Anhang des Mannes. Zu lang, zu kurz, zu dick, zu dünn, zu gerade, zu krumm, zu viel oder zu wenig Vorhaut... Die Palette an Vorwürfen an die männliche Körpermitte ist riesig. Seit Jahren streitet sich die Welt, welches Equipment nun im Bett wirklich gebraucht wird und versucht dem Mann von Welt (oder eher dessen Nudel) mit allerlei fragwürdigen Hilfsmitteln (Pumpen, Gewichte, Cremes, Tabletten...) unter die Arme zu greifen - das Ergebnis ist mehr Verunsicherung als alles andere. Der Idealfall läge dementsprechend in einer Mischung aus Salatgurke und Karotte, im Krümmungsgrad einer EU-Banane (nicht mehr!) ...

Die European Sexual Satisfaction Survey (also die Umfrage nach der sexuellen Befriedigung der Europäer) will vor Kurzem jedoch einen anderen, ganz entscheidenden Faktor ermittelt haben. Von insgesamt 6249 befragten Männern und Frauen glaubten 90%, dass die Qualität des Sexes wesentlich von der Erektionshärte abhänge (wobei „abhängen" natürlich eine schlechte Wortwahl ist). Je härter die Erektion, desto besser das Liebespiel. Zu dumm nur, dass fast die Hälfte der in der Studie befragten Männer angibt, dass sie gerne eine härtere Erektion hätten. Grund für das unzureichende Stehvermögen wären unter anderem Stress, Wirtschaftslage (ja, Wirtschaftslage!), Sorgen oder körperliche Dysfunktionen, so zumindest die Ergebnisse der Studie.

Aber wie sieht die Erektion für den erfolgreichen Akt denn eigentlich aus?! Auch darauf hat der Pharmakonzern Pfizer, der nicht nur die Umfrage initiierte und entwarf, sondern auch noch das Wundermittel Viagra vertreibt, eine Antwort: Er entwickelte eine vierstufige Skala zur Messung der Erektionshärte, den Erection Hardness Score, in der der Grad 4 als optimale Steifheit festgelegt ist. Natürlich weiß das Unternehmen, wie Man(n) zurück zur Härte kommt - durch das blaue Wunderpillchen.

Die Erektion war schon immer der Inbegriff für Zeugungskraft und Vitalität des Mannes. Verständlich, dass der Verlust dieser Eigenschaft von den meisten Männern mit Minderwertigkeitskomplexen aufgenommen wird. Aber sollte man sich tatsächlich verrückt machen, weil der Dödel nicht dem Härtegrad 4 entspricht?! Ich für meinen Teil kann dem ganzen Rummel nicht viel abgewinnen. Wovon reden wir hier denn, meine Herrschaften?! Richtig - von Sex. Nicht vom Umpflügen eines bodenfrostigen Weizenfeldes. Natürlich kann es vorkommen, dass „er" mal nicht ganz so munter ist, wie er sein sollte. Aber ist das ein Grund dafür, sich den Kopf zu zerbrechen? Ob er nun hart wie Kruppstahl oder schmiegsam wie Salami ist, spielt wohl kaum eine Rolle. Das Wichtigste ist doch, dass er es dorthin schafft, wo er hin soll... und dass die Nudel bissfest ist. 

(Text: Dennis Stephan, Foto: flickr, lets.book)

 

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