Rob Chiu - The Division Of Gravity

Rob Chius Kurzfilm The Division Of Gravity probiert einen Spagat: Es wird einerseits der Beginn einer Beziehung, andererseits das Ende selbiger erzählt. Das ist an sich nicht das Ei des Kolumbus (und wahrscheinlich nur ein Männerspagat), gäbe es da nicht einen Haken - beides ist ineinander verschränkt.
 
Was in der Theorie wirr klingt, erweist sich als schöner Effekt. Szenen, die für sich genommen nur von Glück und Hoffnung erzählen, sind plötzlich umgekehrt. Die erschöpfte Stimme einer Frau philosophiert im Flüsterton rückblickend auf die gescheiterte Zusammenkunft und fasst in Worte, wie sich von Trennung zu Trennung eine nüchterne Wahrheit herauskristallisiert.
 
Zusammenhängend sind die Szenen meistens nicht. Vielmehr ist The Division Of Gravity eine Collage, ein Wechselbad der Gefühle. Die Bühnen tauschen dementsprechend stetig - vom Meer zur gemeinsamen Wohnung zu einem dunklen Parkplatz. Das Paar ist immer mal überall und gerade die Lücken zwischen den einzelnen Fragmenten machen die Beziehung groß.
 
Einzig die permanente Handkamera zieht die Aufmerksamkeit auf das, was auch immer der Kameramann gerade tut, und macht das Ganze etwas unrein. Das könnte man jetzt charmant finden, muss man aber nicht. Allerdings bleibt (glücklicherweise) jenseits von diesem Manko genug, was man an The Division Of Gravity fein finden kann, denn selten wird man von einer so traurigen Wahrheit so sanft auf den Boden der Tatsachen geholt.
 
 

 
The Division Of Gravity
directed by: Rob Chiu
starring: Rebecca Calder, Max Wrottesley
produced by: Dan Turner
 
(Text: Wilke Weermann)

 

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