#BodyTalk 3: Wie sich mein Leben änderte, als ich anfing meinen Körper zu akzeptieren - VANGARDIST MAGAZINE

#BodyTalk 3: Wie sich mein Leben änderte, als ich anfing meinen Körper zu akzeptieren

+++ Triggerwarnung +++

In diesem Artikel werden die Themen Essstörung, insbesondere das Krankheitsbild der Ess-Brech-Sucht (Bulimia Nervosa), sowie Alkoholmissbrauch angesprochen. Falls du oder eine Person in deinem Bekanntenkreis betroffen ist, findest du am Ende des Artikel wichtige Kontaktinformationen, um Hilfe zu bekommen.

Da dieses Thema für mich sehr persönlich ist,
spreche ich in diesem Video über meine Reise.

*Dieser Artikel ist keine bezahlte Kooperation und enthält meine ehrliche Meinung und Erfahrung.

Ein halbes Jahr ist meine Arbeit mit Bernhard, dem Darmcoach nun vorbei. Ein halbes Jahr lebe ich also mein „neues“ Leben. Zeit auf die letzten Monate zurückzublicken und zu reflektieren. Was hat funktioniert? Was fällt mir noch schwer? Lebe ich jetzt glücklicher? Wie geht es dem Erbrechen und vor allem dem Alkoholkonsum? Heute hauen wir die harten Fakten auf den Tisch: Denn es gab viele Up’s und mindestens genauso viele Down’s entlang meiner Reise zu einem gesünderen Körpergefühl und umsichtigeren Umgang mit mir selbst, die mich immer wieder gezwungen haben meinen Dämonen der Vergangenheit ins Gesicht zu schauen, neue und damit gesündere Ventile für alte Verhaltensmuster zu finden und mit meinem Spiegelbild Frieden zu schließen, anstatt es jeden Tag anzuzweifeln, zu hinterfragen oder gar zu hassen. Darmfreundliche Ernährung? Funktioniert es? Kompletter Unfug? Was denke ich? Und: Wie zur Hölle geht es mir jetzt? 

Der Sprung ins kalte Wasser

Juli 2020, Hochsommer, Temperaturen über 30 Grad. Der Lockdown hat kurz Pause und ganz Wien genießt den Sommer an der Donau. Alle ausser mir. Fast 6 Jahre wohne ich schon in Wien und habe mich im Sommer aufgrund meines Körpers, meines Gewichts & Rundungen nie getraut mich in Badehose zuziehen, geschweige denn in Beisein von Anderen Schwimmen zu gehen. Die Zweifel und Ängste waren zu groß. Diesen Sommer sollte meine Lebensqualität aber nicht mehr unter meinem Äußeren und meiner verschobenen Selbstwahrnehmung leiden müssen. In den letzten Wochen mit Bernhard ist viel in mir passiert. Nicht nur hat sich mein Körper stark verändert, sondern auch mein Zugang zu ihm und meinem Selbstbild. Ich habe durchs regelmäßige Tanzen, stundenlang Spazierengehen und die darmfreundlich Ernährung ein Stück mehr gelernt, meine Kurven und meine Fehler, die mich lange gehemmt haben, besser anzunehmen und sie als etwas Positives zu sehen. Dehnungsstreifen sind jetzt ein Beweis für meine Reise. Mein Hintern? Groß, rund und prall. Kim Kardashian hat eine ganze Karriere darauf aufgebaut, also kann ich meinen auch zelebrieren. So beschloss ich diesen Sommer – mit diesem Mind-Set – ins kalte Wasser zu springen.

Es war der Moment in dem ich für mich entschieden habe, dass es kein zurück mehr zu meinem „alten Ich“ gibt und es Zeit ist, die alten Zweifel & Ängste ein für allemal über Bord zu werfen. Es war der Moment, in dem ich wirklich in meinem neuen „Sein“ ankam und mich akzeptierte. Es war damit der wichtigste Augenblick entlang meiner Reise zu einem gesünderem Umgang mit mir, meinem Körper und der Krankheit. „Ich bin okay, wie ich bin. Mein Körper ist okay. Zu zweifeln ist okay. Aber die Zweifel über dein Leben entscheiden zu lassen ist nicht mehr okay.“ Es war der schönste Abend meines Sommers, der dazu führte, dass ich die restlichen Tage des Sommers im kühlen Nass verbrachte. Und mich nur mit einer Badehose bekleidet nicht mehr für meinen Körper schämte, sondern unbeschwert die heißen Tage genießen konnte.


“Wenn heute mein Blick
auf mein Spiegelbild fällt,
kann ich immer noch nicht ganz fassen,
was mir mittlerweile entgegen lächelt.”


Alltagsachterbahn mit Extrarunden

Eine so große körperliche & geistige Umstellung passiert natürlich nicht über Nacht. Jeden Tag aufs neue muss man sich bewusst dazu entscheiden diesen Weg zu gehen. Jeden Tag musste ich mich bewusst entscheiden zu Fuß in die Arbeit zu gehen. Mahlzeiten zu planen. Einkaufen bewusst zu organisieren. Mich auf die 80/20 Regel (80% darmfreundliche und 20% darmunfreundliche Lebensmittel) zu berufen. Den Alkohol am Abend zu reduzieren oder wegzulassen. Jeden Tag musste ich diese Entscheidung bewusst treffen. Es ging oft gut. Und ab und an nicht.  Insbesondere an Tagen, in denen man von Termin zu Termin flitzt und die To-Do Liste ins unendliche wächst, rutscht die bewusste Nahrungsaufnahme immer weiter in den Hintergrund. Doch während mich am Anfang solche Rückschläge direkt mehrere Tage aus der Bahn geworfen haben, sehe ich mein Projekt nun eher als eine: „Von-Tag-zu-Tag“ Umstellung. Denn es kommen immer wieder neue Hürden. Und so legte ich mir ein „Notfall-Set“ zu. Damit gemeint sind Lebensmittel, die ich immer irgendwo auf die Schnelle bekommen kann und für mich funktionieren. Unter anderem zählen dazu: Heißer Ingwer-Tee (für Tage am Set), Kokosjogurt mit Nüssen, Karotten- & Gurkensticks, Weintrauben oder Äpfel (eiskalt aus dem Kühlschrank mag ich sie am liebsten) oder glutenfreies Brot mit Hummus. Dieses Set rettete mich oft über stressige Tage, ohne komplett vergessen zu essen und abends einer Heißhungerattacke ins Gesicht blicken zu müssen.

Gemischter Salat mit Trauben, Granatapfelkernen, Äpfeln, Mandarinen & Wallnüssen
Vegane, glutunfreie Mousse au Chocolat mit gefrorenen Beeren
Bowl aus gemischtem Blattsalat, getrockneten Tomaten, Avocado, Süsskartoffelwürfeln, Quinoa, mit Sesam, Hanfsamen & Sonnenblumenkernen

Von Selbsthass zu Selbstliebe:
Das Vorher-Nachher

Wenn heute mein Blick auf mein Spiegelbild fällt, kann ich immer noch nicht ganz fassen, was mir mittlerweile entgegen lächelt. Ich habe mich zu Beginn meiner Zeit mit Bernhard dagegen entschieden, meinen Gewichtsverlust zu beobachten, da ich Angst hatte, dass diese Zahlen mich nur mehr unter Druck setzten, und sich mehr negativ als positiv auf meine Reise und Veränderung auswirken. Daher habe ich keine Ahnung, um wie viel ich mich bzgl. der Zahlen auf der Waage verändert habe. Jedoch kann ich es anders festmachen.

Die Zeit mir Bernhard war – für mich – der bestmögliche Weg, um zum Einen meine Krankheit zu bekämpfen, und zum Anderen mit jemandem an meiner Seite an meinem Selbstbild und Zugang zu meinem Körper zu arbeiten. Heute ist er nicht mehr mein Feind, den ich bekämpfen, zwanghaft verändern oder für den ich mich schämen muss. Heute ist er mein bester Freund, der mich durch gute & schlechte Zeiten zuverlässig trägt. Denn mittlerweile gehört die Bulimie erneut der Vergangenheit an, ich habe keine Panikattacken in Supermärkten mehr und das Kochen wurde von einem der schlimmsten Bestandteile des Tages zu etwas, was mir nun Spaß bereitet. Viele einfache und schnelle Gerichte koche ich mittlerweile im Schlaf und vor allem mit großer Leidenschaft, wie z.B. meine rote Thaisuppe mit Reisnudeln oder meinen Tomaten-Avocado-Quinoasalat. Ebenfalls eigenes, glutenfreies und kohlenhydratarmes Brot backe ich derzeit fast wöchentlich. Essen wurde von etwas, das mir Bauchschmerzen bereitete, jetzt zu gezielter „Me-Time“ am Abend

Die darmfreundliche Ernährung ist mittlerweile fester Bestandteil meines Lebens. Aus einer Umstellung wurde ein neuer Lebensstil. 

Die stärkste Veränderung bleibt jedoch wohl die, die am sichtbarsten ist. Mein Körper. Ein Punkt an dem ich noch viel arbeiten muss. Denn wirklich fassen kann ich mein „neues Ich“ von Zeit zu Zeit nur schwer. Oftmals sehe ich noch das „vorher“ im Spiegel. Auch wenn ich mittlerweile wieder in Hosen passe, die ich mit Anfang 20 trug und damit Beweise meiner Reise habe. Daher setze ich mich nun – mehr denn je – intensiv mit meinem Körper auseinander. Höre mehrmals am Tag in ihn rein und versuche zu lesen, was er braucht oder wie es ihm geht. Denn egal, ob vorher oder nachher. Er ist und bleibt mein einziges zuhause. Und ich bin mehr als mein Gewicht. Egal, ob dick oder dünn: Die Reise mit Bernhard hat mir, neben der Ernährungsumstellung, sehr viel über Selbstwert- und Wahrnehmung gelehrt.

Danke, Bernhard.
Du hast mein Leben, meinen Körper, meinen Zugang zu mir verändert.

Du hast mir wieder Selbstliebe gegeben.


Falls das Thema für dich auch spannend sein könnte,
vereinbare einfach ein kostenloses Erstgespräch mit Bernhard.

Ziel ist es nicht abzunehmen, sondern in seinem Körper anzukommen und ihn kennenzulernen. Das Erstgespräch hat mir geholfen, dies zu verstehen und zu verinnerlichen.

Falls du selbst Probleme mit Essstörungen hast,
kannst du unter folgendem Link nach Hilfe fragen:
Dabei handelt es sich um die Einrichtung, die mir ein neues Leben ermöglichte:

www.sowhat.at

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