Bessere Musik, bessere Stimmung, bessere Kleidung, bessere Drinks: Besser hingehen… oder? Nun habe ich endlich eine Bar gefunden, die nicht nur den perfekten Gin & Tonic macht (Gurke statt Limette!), sondern auch noch No Angels ganz oben auf ihrer Playlist stehen hat. Eine tolle Bar. Gay Bar. Doch bin ich dort überhaupt erwünscht? Ich, als eine straighte Frau? Ist es egoistisch von mir, auch einen kleinen Teil dieser glitzernden Welt kennenlernen zu wollen? Einen Moment lang einzutauchen in die Community, die so lange ihre Türe verschließen musste. Habe ich das Recht hier zu sein, bin ich nichts anderes als ein Eindringling? Oder gibt genau dieses Umfeld den Raum zur Selbstfindung und Reflexion, den straighte Personen brauchen, um die heutige Gesellschaft in ihrer bunten Vielschichtigkeit zu verstehen?

SHOULD I STAY OR SHOULD I GO?

 

Mit diesen Fragen im Kopf und dem Gin Tonic in der Hand (hinter-)fragen wir nun also, ob und wie man sich als heterosexuelle Person in einer Gay Bar verhalten sollte.

 

Hier unsere DO’s und DONT’s:

 

  • Do: Verhelft der Bar zu Langlebigkeit und gebt den ein oder anderen Euro mehr aus. Seht es vielleicht als gut investierte “Hetero Steuer” in einen Ort, der für andere Menschen einen essentiellen Stellenwert hat und einen Safe Place für viele feierwütige Gays darstellen kann.
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  • Don’t: Verzichtet auf offensive Make-Out Sessions mit eurem heterosexuellen Partner. Warum? Es ist schlichtweg provokant und demonstriert einen Bewusstseinsmangel für die Umgebung und die anderen Partygäste.
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  • Do: Tanzt! Aber bitte in einer selbst-BEWUSST-en Art und Weise. Was damit gemeint ist? Ihr solltet vielleicht nicht den ganzen Dance Floor einnehmen, denn: it’s not your party buddy!
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  • Don’t: Baggert als Heteros bitte keine Gays an. Das führt doch zu nichts und am Ende ist nur jemand beleidigt.
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  • Do: Mit queeren Freund*Innen eine Gay Bar besuchen. Die Präsenz einer queeren Person gibt sowohl euch, als auch den Personen vor Ort einen legitimen Grund, warum ihr gerade in “ihrer” Bar seid.
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  • Don’t: Falsche Interpretationen. Banales Nebeneinandersitzen in der Gay Bar macht euch nicht zu Verbündeten. Es gibt viele Möglichkeiten dies zu sein, doch den Raum von queeren Personen zu okkupieren ist keine davon.
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  • Do: Alternative? Eine Spende für eine LGBTQIA+ Organisation. In der Schwulengemeinschaft gibt es noch immer eine hohe Rate an psychischen Problemen. Das Leben als homosexuelle Person besteht nämlich nicht nur aus Fancy Drinks und Britney Spears Songs.
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  • Don’t: Verwechselt euer Dasein nicht mit Queerness. Glitzer im Gesicht verändert nicht eure Sexualität, sondern macht euch nur zu jemandem, der nicht verstanden hat, dass das letzte Techno Festival schon vorbei ist.
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  • Do: Vergesst nicht, dass dies mehr als nur eine lustige Party am Freitagabend ist. Gay Nightlife ist keine Erweiterung eurer Persönlichkeit oder ein soziales Experiment, sondern ein Ort für Gleichgesinnte.
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    Gay Bars bieten die wunderbare Möglichkeit, homosexuellen Menschen einen Raum zu geben, um zusammenzukommen und die Ausgelassenheit zu zelebrieren, die viele andere Orte ihnen auch in diesem Zeitalter noch immer nicht geben (wollen).

     

    Ob man nun diesen DO’s and DONT’s zustimmt oder nicht, man sollte sich über genau solche Anhaltspunkte Gedanken machen, bevor man als heterosexuelle Person eine Gay Bar betritt. Alternativ kann man natürlich auch einfach in eine andere Bar gehen. Man sagt, es gibt einige davon…

     

    Autor: Lena Pfeiffer
    Quelle: PinkNews