Knutschen, fummeln, rummachen und der ganze andere Kram – Alles Dinge, die man nur in einer Beziehung oder Affäre oder bei einem One-Night-Stand macht? Also überall und mit jedem aber auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen mit Freunden?

Ist das so?

Es geht bei dem Thema jetzt definitiv nicht um Mingles. Über die wurde schon oft genug geschrieben. Es geht um das, was gern als „Freundschaft Plus“ oder „Friends with Benefit“s oder „Besondere Freunde“ bezeichnet wird. Und darum, dass wir viel öfter mit Freunden knutschen und rummachen sollten. Denn was hätte das alles nicht für Vorteile? So ganz egoistische Vorteile. Gute Freunde wissen, was wir mögen. Wir erzählen es ihnen ja ständig. Kein nerviges herantasten und kennenlernen. Kein „A oder P?“

 

Und Gefühle sind ja auch schon längst da, sonst wär, man kaum befreundet. Aus diesen Gefühlen ist Vertrauen entstanden, auch super für Sex. Und körperlich sind vermutlich alle Grundlagen gelegt, denn man kuschelt unter Umständen hin und wieder und viele finden ihre Freunde ja irgendwie auch attraktiv.

 

Wer mischt seine Körperflüssigkeiten nicht gern mit Menschen, die auf der gleichen Frequenz schwingen?

Nur eines ist extrem wichtig bei dieser Sex-unter-Freunden-Sache. Derjenige mit weniger Gefühlen, hat größere Verantwortung. Damit sind natürlich nicht Gefühle im Allgemeinen gemeint, sondern die Gefühle zum Gegenüber. Denn auch hier gilt „Einer gibt immer mehr…“, wie ich ja schon mal sagte. Und man sollte da seinem Freund schon ehrlich und fair gegenübertreten.

 

Damit wär dann auch der größte Nachteil beschrieben. Die Sache mit den Gefühlen. Diese Verbindungen aus biochemischen, elektrischen und psychologischen Reaktionen – oder so – funken einem eben doch hin und wieder dazwischen. Entweder in die eine oder andere Richtung. Dort wo Liebe entstehen kann, kann natürlich auch Hass entstehen.

 

Wer also eh dazu tendiert, schneller all den großen Gefühlen zu verfallen, sollte das mit den Freunden und deren gewissen Vorzügen vielleicht besser sein lassen.

 

Für alle anderen gilt, solange dabei niemand verletzt wird, ist das ne gute Sache. Denn am Ende bringt sie uns vielleicht auch einfach nur näher zueinander, auf die ein oder andere Weise. 

 

Und sollte es am Ende nicht klappen, heißt es zusammenreißen, auf die ursprüngliche Qualität der Freundschaft besinnen und trotzdem glücklich werden.


Text: Stephan Otto