Musik: Irgendwo zwischen Fluch und Segen

Okay. First things first: Seit gestern Nacht gibt es ein brandneues Britney Spears Video. So, jetzt ist es raus. Und wer das dezent homoerotische pastelfarbene Clipchen noch nicht gesehen hat, kann froh sein, uns zu haben. Denn wir erzählen dir nicht, wie großartig Madame im neuen Clip aussieht und rollen nochmal ihre ganze Vergangenheit auf – Nö, hier gibt jetzt den Clip und ja, gut – ein paar Gedanken zum Thema, wieso Musik Fluch und Segen zugleich sein kann. Aber erstmal: Go Britney!

 

 

DIE SCHATTENSEITE DES MUSIK-BIZ

 
Dass Musik ein kreatives Ventil ist, dass viele Leute lieben und nutzen, ist nichts Neues. Wir werden täglich mit neuen Songs versorgt, feiern unsere Lieblingsartists bei Konzerten oder wenn wir das Radio beim Fahren laut aufdrehen und mitsingen.
Aber was jetzt eine neue Studie von “Help Musicians UK” an der University of Westminster darlegt, ist weniger positiv.

 
Der Bericht “Can Music Make You Sick”, der die Studie beinhaltet, hat sich damit auseinandergesetzt, ob sich die Anfälligkeit für psychische Krankheiten bei Menschen in der Musikindustrie mit der von “Normalos” unterscheidet. Dabei wurden 2200 kreative Köpfe befragt, von Musikern bis hin zu Personen, die am Musikprozess beteiligt sind.
Herausgekommen ist, dass musikalische Menschen ein 3 mal höheres Risiko haben, Depressionen oder Angststörungen zu entwickeln als Leute außerhalb des Musicbiz.
Ganze 70% gaben an, dass sie bereits eine Panikattacke oder eine Depression erlebt haben. Im Vergleich: Bei der normalen Bevölkerung waren es immerhin “nur” 20% der über 16 jährigen, die damit schon einmal zu kämpfen hatten.

 
Das wirft die Frage auf, warum Musiker verhältnismäßig öfter mit psychischen Krankheiten und Angstzuständen konfrontiert sind.
Zum Einen, so laut Studie, weil sie oft Schwierigkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dass die Musikbranche ein sehr hohes Konkurrenzgefühl aufweisen kann, ist jedem klar. Jener Punkt führt auch dazu, dass Musiker das Gefühl bekommen, dass ihre Leistung nicht anerkannt wird und die Akzeptanz ihrer Individualität nicht vorhanden ist.
Menschen lieben es nämlich, zu kategorisieren und andere Menschen in eine Box zu stecken, in die sie vielleicht nicht gehören.
Außerdem können die atypischen Arbeitszeiten nicht nur zu Verausgabungen führen, aber auch zur Unfähigkeit, sich seine Zukunft planen zu können. Wenn man als Musiker Erfolg haben möchte, muss man bereit sein, so spontan wie möglich zu sein.

 
Bei Musikerinnen fällt in weiteres auf, dass sie an anderen Herausforderungen verzweifeln – sei es an der Schwierigkeit, Familie und Business unter einen Hut zu bekommen, oder daran, dass sie leider noch immer mit Sexismus zu kämpfen haben. Im Fall der US-amerikanischen Sängerin Kesha kam es da sogar zur sexuellen Belästigung, die immer wieder hinter den Kulissen stattfinden.

 
Um dem entgegenzuwirken, sollte man die richtigen Leute um sich herum haben, die einen auffangen wenn es gerade nicht so toll läuft, und man sollte sich selbst auch eine Auszeit gönnen, wenn man das Gefühl hat, es wird einem zu viel.


Text: Anas Atassi