Viele Queere Filme-Liebhaber aus der wissen das ein oder andere über Horror. Da viele von uns in unseren Leben dämonisiert wurden, haben wir einen besonderen Platz in unseren Herzen für die Dämonen, Monster und andere Außenseiter, die sich die heteronormative Gesellschaft vorknöpfen. Aber wir wissen auch, wie es ist, Opfer zu sein. Und so kann der Einsatz derer, die überlebt haben noch mehr impact haben. Deshalb gibt es einige Horrorfilme, die LGBTQ-Leuten besonders ansprechen. Perfekt für Halloween, ist hier eine Liste von Filmen die auf die netteste Weise unartig sind.

Hellraiser (1987)

Nur ein schwuler Regisseur wie Clive Barker kann einen Film drehen, der so erfinderisch und verstörend ist wie Hellraiser. Der Film, der auch von Barker geschrieben wurde, erforscht die alles konsumierende Jagd nach dem Vergnügen (etwas, das vielen Schwulen und Bi-Männern sehr vertraut ist), und wie dieser Wunsch uns buchstäblich in die Hölle führen kann. Es mag einige Aids-Allegorien geben, aber der Film ist mehr für seine schön ekligen Bilder, die mehrere Hommagen an den Sadomasochismus und einen buchstäblich in Fetzen gerissenen Mann enthalten, einprägsam.

The Babadook (2014)

Dass dieser Film queer wurde ist ein glücklicher Zufall – aber das ist auch schon das einzige, was in diesem Film glücklich ist. Die Story eines Storybook-Monsters, das einfach nicht verschwinden will, wurde in der LGBTQ-Sektion von Netflix gelistet. Anstatt die Kategorisierung als einen Fehler zu betrachten, begannen sich queere Leute mit dem Babadook zu identifizieren; schamlos sagt der Babadook den Leuten, die ihn verbannen wollen “I’ll make you a bet. The more you deny, the stronger I get.” Viele sehen nun die Kreatur als Symbol für den schwulen Widerstand angesichts homophober “Familienwerte”. Die Einschließung in den Keller – die Familie des Hauses weiß, dass er da unten ist, weigert sich aber, es zuzugeben – könnte auch als interpretiert Coming-Out-Story werden. Am Ende hat The Babadook seinen Weg zu vielen LGBTQ-Filmbibliotheken, Twitter-Feeds und Pride-Paraden gefunden.

Raw (2016)

Julia Ducournaus bizarr verführerischer Film über eine Studentin an einer Veterinärschule, die entdeckt, dass sie ein unersättliches Verlangen nach menschlichem Fleisch hat, ist herrlich queer. Die lebenslang vegetarische Justine wird als Teil ihres “Hazing-Rituals” gezwungen, Fleisch zu essen. Darauf hin wächst in ihr ein verlangen, Menschen zu essen. Und auch ihre Lust auf ihren schwulen Klassenkameraden Adrien. Schließlich schläft Justine im selben Bett mit Adrien. Sie wacht neben seiner Leiche auf, sans seinem rechten Bein – das wurde von ihrer ebenfalls kannibalistischen Kameradin abgebißen. Eine seltsame Allegorie darauf, wie heterosexuelle Frauen schwule Männer konsumieren und sie als ein Stück Fleisch objektivieren. Raw ist beunruhigend queer in all the right ways und wird dich hungrig nach mehr machen.

What Ever Happened to Baby Jane? (1962)

Bette Davis und Joan Crawford. Mehr muss ich dazu nicht sagen.

Lyle (2014)

Lyle wirft den queeren Subtext aus dem Fenster und ersetzt ihn für etwas Besseres – ein tatsächlich lesbisches Paar. Der Ira-Levin-Roman wird in dieser Verfilmung zum Leben erweckt und spielt die “Transparent” Schauspielerin Gaby Hoffman als Leah, eine schwangere Hausfrau, und Ingrid Jungermann als June, eine erfolgreiche Plattenproduzentin. Die Frauen kämpfen mit dem Tod ihrer Tochter Lyle (Elanor Hopkins) und der Paranoia, dass ihre Nachbarn in einem Kult sind und hinter Lyles Tod stehen.

The Skin I Live In (2011)

Ein spanischer psychologischer Horrorfilm, geschrieben und geleitet von dem schwulen Filmemacher Pedro Almodovar. Der Thriller dreht sich um einen berühmten plastischen Chirurgen, gespielt von Antonio Banderas, Dr. Robert Legard. Legard, der für seine Experimente mit menschlicher Haut bekannt ist, rächt sich an einem jungen Mann, von dem er glaubt, dass er seine Tochter angegriffen hat, indem er ihn entführt und zu einem Duplikat seiner verstorbenen Frau gemacht hat. Der Film ist ein problematisches, aber faszinierendes Porträt von Obsession und Verrat.

Teeth (2007)

Teeth ist ein Einhorn unter den Filmgenres: der feministische Horrorfilm. Die Geschichte handelt von einem Mitglied einer Teenager-Abstinenzgruppe (Jess Weixler), die das Opfer sexuellen Missbrauchs wird. Im Kampf gegen männliche Aggressoren bekommt sie eine ungewöhnlichen Geschenk: Vaginalzähne. Schließlich (und vielleicht überraschend für einige) ist Teeth eine Geschichte über die Stärkung von Frauen, queer oder nicht, um sich gegen die schlimmsten Aspekte des Patriarchats zu wehren. Es stärkt auch Vaginas, etwas das jeder feiern sollte.


Text: Rob Seekirchner
Quelle: Advocate.com