„Du, sorry – wird ein bisschen später, bin aber schon unterwegs!“, trällert sie ins Telefon. Wir waren 21:30 Uhr verabredet, den Anruf erhielt ich um 22:15 Uhr, angekommen ist sie dann um 23:00 Uhr. Call Me Spießer, aber ich HASSE diese Unzuverlässigkeit von ganzem Herzen.

Und ich bin mir sicher, dass fast jeder so eine Person im Freundeskreis hat – und wenn ihr gerade darüber nachdenkt, wer diese Person ist und euch niemand einfällt, seid ihr es wahrscheinlich einfach selbst.
Es geht natürlich noch weit über Unpünktlichkeit hinaus: Abmachungen werden vergessen, Verabredungen werden kurzerhand fünf Minuten nach der vereinbarten Uhrzeit abgesagt und sowieso ist da kein Verlass auf die andere Person.
Das gibt es natürlich nicht nur im privaten Bereich, auch beruflich bringt mich die Unzuverlässigkeit anderer auf die Palme: Eine Deadline ist eine Deadline. Die gibt es aus gutem Grund und nicht zum Spaß, also halte dich bitte daran, okay?

Für mich persönlich hat Zuverlässigkeit auch einfach etwas mit Respekt zu tun. Ich vermittle meinem Gegenüber so das Gefühl, dass ich ihn und seine Arbeit schätze oder wenigstens ernst nehme.

Wenn man aber so larifari durch die Welt tanzt, wirkt das in meinem Augen ziemlich egoistisch und respektlos den anderen gegenüber. Und die Ausrede „Ich bin halt so!“ kannst du dir bitte auch schenken. Danke. Denn dann bin ich halt auch so: Bei einigen Freunden, die es einfach nie schaffen, auch nur annähernd pünktlich zu kommen, gehe ich einfach nach zehn Minuten des Wartens – und reagiere den restlichen Abend auch nicht mehr auf Nachrichten oder Anrufe. Das ist vielleicht kindisch, aber anders scheinen sie es nicht zu lernen.

Eine weitere interessante Lösung: Die Zeit des Wartens damit verbringen, sich einen Wein nach dem anderen hinterzukippen, um die verspätete Person dann mit einer gehörigen Fahne zu empfangen. Ich hab die Schnauze voll. Prost.