Seit September kann man es eigentlich nicht mehr verleugnen: Weihnachten steht wieder vor der Tür und Schoko-Weihnachtsmänner in den Supermarktregalen. In der Nacht vom 31.Oktober auf den 01.November wurden anscheinend alle Halloween-Kürbisse gegen rotnasige Rentiere ausgetauscht und Cafés haben wieder Glühwein in ihre Getränkenkarten aufgenommen.

Das ist meiner Meinung nach auch das einzig gute an der Weihnachtszeit und an Weihnachten generell: Es ist auf einmal gesellschaftlich viel akzeptierter, schon nachmittags um 15:00 Uhr den ersten aufgewärmten Rotwein zu trinken, ohne dass man sich anhören muss, einen ungesunden Alkoholkonsum zu haben.

Alles andere an dieser Zeit ist für mich der absolute Horror. Ich hasse es, Geschenke zu kaufen. Erstmal habe ich in den meisten Fällen, sowieso keine Ahnung, was ich den zu beschenkenden Personen besorgen soll. Und im zweiten Schritt wird mir bei dem Gedanken, mich wieder auf den letzten Drücker in überfüllte Geschäfte zu quetschen und in furchtbar langen, gar nicht enden wollenden Schlangen an einer Kasser anzustehen, schlecht. Und das liegt nicht am Glühwein.

Mindestens genauso furchtbar wie das elende Geschenke-Shopping: Der Fakt, dass gefühlt alle Innenstädte nicht mehr als Innenstadt funktionieren, sondern von engen, riesigen, lauten, vollen, nach Bratwurst riechenden Weihnachtsmärkten eingenommen werden. Ich verstehe nicht, was mich an dem Konzept, viele kleine Holzhütten, die allesamt Dinge verkaufen, die nun wirklich kein Mensch braucht, begeistern soll.

Ganz davon abgesehen, dass ich mir bei dem Anblick von „total ironisch gemeinten“, furchtbar hässlichen Strickpullis, auf denen lustige Dinge wie „Hoe! Hoe! Hoe!“ oder „Bad Santa“ stehen, am liebsten die Augen auskratzen würde, finde ich sämtliche Weihnachtsaccessoires relativ schrecklich: Die Fenster sind auf einmal alle mit Lichterketten behängt, überall stehen dickbäuchige Weihnachtsmänner mit einem süffisanten Lächeln im Gesicht, Engel hängen von Decken …

Und das allerschlimmste: Weihnachtsmusik. Sobald die ersten Töne von „Last Christmas“ zu hören sind, fängt mein linkes Auge schon nervös an zu zucken und ich möchte am liebsten um mich schlagen. Das ganze wird nur noch getoppt von Kinderchören, die mit Notenheft und Querflöte bewaffnet in den Innenstädten rumstehen und schiefe Töne in die eh schon anstrengende Weihnachtsmarkt-Atmosphäre reinschreien.

Ich bin einfach kein Weihnachtsmensch. Tut mir Leid.

 

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