Ihr kennt das: Man langweilt sich, schreibt mit irgendwelchen Typen in irgendwelchen Apps, verabredet sich „auf ein Bier/einen Wein“, um sich kennenzulernen und dann mal zu gucken, was noch so geht. Ein Date halt. Aber was, wenn dieses Date eine totale Katastrophe ist bzw. zu null Prozent mit der Person übereinstimmt, die ihr dachtet zu treffen? Dann sitzt man da, führt schrecklich unangenehmen Smalltalk und weiß von vornherein, dass dieses Treffen nichtmal zu einem One-Night-Stand führen wird, einfach weil es nicht passt. Aus Gründen. Diese können rein oberflächlicher oder auch charakterlicher Natur sein, spielt erstmal keine Rolle! Fakt ist: Man steckt in einem Date fest, aus dem man schnellstmöglich und im besten Fall ohne ein blaues Auge verschwinden möchte. Aber wie macht man das?

Die Notlüge:Du, mir fällt gerade ein: Ich habe noch voll die wichtige Deadline – muss heute Nacht noch unbedingt ein Paper rausschicken – sonst killt mein Boss mich morgen.“ Zugegeben, schön ist das nicht – und auch relativ leicht zu durchschauen, aber im Grunde ist das ein anerkannter Code, dem Date durch die Blume zu sagen, dass es nicht passt und man sich nach dem Glas Wein doch bitte jeweils alleine auf den Weg nach Hause machen sollte. Wichtig: Unbedingt darauf achten, dass die Gläser schon zu knapp ¼ geleert sind und bestenfalls mit einem letzten Schluck runtergespült werden können. So umgeht ihr unangenehmes Rumgedruckse oder die verzweifelte Suche nach einem Thema, das die Zeit zur Leerung des Glases überbrückt.
 

Ziemlich Oldschool, aber äußerst funktional: Der plötzliche Anruf vom besten Freund oder der besten Freundin. Sobald ihr merkt, dass das heute und auch in Zukunft nichts mehr wird, einfach mal kurz aufs Klo gehen und Hilfe rufen – sprich eurem potenziellen Retter schreiben, dass ihr bitte gerne aus eurer misslichen Lage befreit werden möchtet. Dann zurück an den Tisch und den rettenden Anruf abwarten. Wichtig: Das Handy mit dem Display nach oben auf den Tisch legen, sodass euer Date den eingehenden Anruf auf jeden Fall mitbekommt. Dann ist euer schauspielerisches Talent gefragt: „Oh das ist (Name des Anrufers einfügen), mein bester Freund, da muss ich rangehen …“ – und los geht’s. Erstaunte Ausrufe, Mit- oder Beileidsbekundungen und ein sehr ernster Gesichtsausdruck bringen hier Bonuspunkte und machen das ganze Manöver authentischer. Dann überdramatisch verabschieden und sehr betroffen auflegen. Ihr müsst jetzt halt wirklich los, denn der Bruder des Hamsters eures besten Freundes ist gestorben und ja, also da müsst ihr dem jetzt natürlich zur Seite stehen. Vielleicht sieht man sich ja bald mal wieder – und nochmal sorry!
 

Eine weitere und die wohl beste Variante: Ehrlichkeit. Ehrlich währt am längsten, ist aber manchmal – und vor allem in diesem Fall – auch am unangenehmsten. „Sorry, ich glaube, das mit uns beiden passt irgendwie nicht – hat mich aber gefreut, dich kennenzulernen.“ Erfordert Mut, erspart aber das nervige Rumgedruckse. Just saying. Und ich muss jetzt auch los. Die Katze der Schwester meiner Freundin bekommt gerade Junge und da muss ich dabei sein. Sorry.