„I hate the word homophobia. It’s not a phobia. You’re not scared. You’re an asshole.“ Das hat Morgan Freeman mal gesagt. Kluger Mann, Recht hat er. Dennoch kommt man als queere Person leider ab und an mit diesen Arschlöchern in Kontakt – sei es ein auf der Straße hinterhergerufenes „Verpiss dich, Schwuchtel!“ oder körperliche Gewalt. Das ist traurig und macht mich wütend. Die logische Konsequenz wäre es doch eigentlich, dass man näher zusammenrückt und gemeinsam gegen diese hirnlosen Idioten, die meinen ihr heterosexuelles Weltbild sei das einzig richtige, vorgeht, sich das nicht gefallen lässt. Ich – und viele Freunde, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe – beobachten aber momentan etwas ganz anderes.

In der schwulen Szene begegnet mir in letzter Zeit viel Negativität, zu viel. Grindr-Profile mit dem freundlichen Hinweis „No Femme, No Fat“ oder #masc4masc. Okay, da könnte man sagen: Das ist persönlicher Geschmack, da kann man nichts dran ändern. Finde ich streitbar und glaube, dass das ein anderes Thema ist, das an dieser Stelle nicht besprochen wird. Was allerdings auf keinen Fall persönlicher Geschmack ist:

Hinterm Rücken wird schön gegeneinander gewettert. Jungs, die gern viel Sex haben, werden geslutshamed. Jungs, die gerne Make-Up tragen, werden belächelt. Jungs, die gerne mal Rock tragen, werden doof angemacht. Dass Body Shaming an der Tagesordnung steht, muss man wahrscheinlich auch nicht weiter ausführen. Genauso wie Age Shaming.

Können wir das nicht lassen? Ich weiß: Ablehnung verbindet und schweißt zusammen. Wenn wir zusammen etwas nicht leiden können, dann haben wir immerhin schonmal ein Thema, über das wir sprechen und über das wir uns identifizieren können. Kennt man ja. Von schlechten Dates.

Aber ernsthaft: Das bringt uns doch nicht weiter. Was soll das denn? In einer Welt, in der man für’s Anderssein noch immer eins in die Fresse bekommt, sollten wir uns das Leben nicht noch schwerer machen und einfach aufhören gegeneinander zu giften. Lasst uns Vielfalt feiern, statt sie hinter vorgehaltener Hand zu verurteilen oder abzulehnen. Lasst uns gemeinsam feiern, statt gegeneinander. Und das geht im Augenblick übrigens ganz wunderbar, denn es gibt ja viele, viele Menschen, die genauso denken und großartige Aktionen planen: IT’S PRIDE, BOYS – los, geht gemeinsam auf die Straßen und habt euch bitte, bitte lieb.
 

pride

 


 

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