Die Bauchtasche war ein absolutes No-Go. Es war extrem uncool und von all den Leuten mit modischen Interesse gemieden, nerdy und die Visitenkarte von Touristen. Es war genau das, was deine peinliche Tante bei ihren fünftägigen Pauschalreisen nach Spanien anziehen würde, und sie alle fünf Minuten mit einem nervenden Refrain von “Du kannst nicht vorsichtig genug mit Taschendieben sein!” in den Ohren liegt.

Die Bauchtasche ist in der Tat historisch. In den 90er Jahren entstanden die zeitgenössischen Hüfttaschen als “Hashbags”, die von Ravern als praktische Gefäße für Poppers und Pillen verwendet wurden. Dies könnte seine wieder auflebende “Streetcred” erklären, angesichts der Mode-Nostalgie für die 90er Jahre und Rave-Kultur.
 

Das Fanny Pack wurde aber auch speziell mit der Queer-Community in Verbindung gebracht, da die feministischen Lesben der 70er Jahre mit der Anti-Fashion-Bewegung die Praktikabilität gegenüber der Ästhetik bevorzugten. Trotz dieser historischen Verbindungen ist das schwule Wiederaufleben des Gürteltaschen-Rucksacks in erster Linie auf das Mode-Branding zurückzuführen, wie es zum Beispiel Moschino getan hat. Nicht nur weil es praktisch ist, sondern weil wir erkannt haben, dass es auch schön sein kann.
 

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Das Fanny Pack existiert an einem kulturellen Knotenpunkt in dem alle Nebenflüsse der homosexuellen UND heterosexuellen Männerkultur wie Clubbing, politischer Protest, Hyper-Sexualität, Fitnesskultur – in einem Strom zusammenfinden. Die perfekte Aufbewahrungsmöglichkeit für jemanden, der Protestschilder schwenken und trotzdem die ganze Nacht feiern kann.
 


Text Rob Seekirchner
Bilder Eastpak’s Instagram