PHILOSOPHIEREN ÜBER MÄNNLICHKEIT
 

Wann ist ein Mann ein Mann? Das angesagte Kollektiv “Philosophy unbound”, ein Verband junger Studenten und Kunstschaffender, liefert dazu am 8. Dezember im Wiener Spektakel eine Performance mit Musik, Tanz und klugen Worten. Freier Eintritt!

Steckt die Männlichkeit in einer Krise? Kann gut sein, auch wenn Männer heute – fast überall – weinen dürfen. Die klugen Köpfe von philosophy unbound haben sich viele Gedanken über Männlichkeitsbilder gemacht. Das Ergebnis präsentieren sie am 8. Dezember in „Masculinities“ auf der Bühne. Auftreten wird ein Countertenor (Mann, der mit Frauenstimme singt) – wohl die provokanteste Verkörperung queerer Männlichkeit seit Jahrhunderten. Auch in Form von Tanz, Bild und Sprache wird das Thema beackert, danach wird im Club Celeste (5. Bezirk) weiter philosophiert, aber auch getanzt!
 
INTERESSIERT NIEMANDEN MÄNNLICHKEITSFORSCHUNG?
 
Zu Feminismus wird viel geforscht, aber medial und auch universitär findet das Gegenstück „Masculinity Studies“ kaum Beachtung. Dabei könnten beide Forschungsfelder voneinander profitieren. Feministischen Projekten gelang es, die männliche Vorherrschaft zu entlarven und die Rolle der Frau in patriarchalen Strukturen zu hinterfragen. Welche Rolle die „Unterdrückenden“ spielen, blieb unbeantwortet. Kilian Jörg, einer der Organisatoren: „Viele Männer fühlen sich gezwungen, männliche Normen wie Initiative, Härte, Stärke, Rivalität oder emotionale Verschlossenheit zu erfüllen. Dies führt zu Machotum und der Unterdrückung der Frau.“ Weder Männer noch Frauen werden damit glücklich. Denn, so Jörg: „Diese Haltung führt beim starken Geschlecht zu einem Gefühl der Entfremdung und der Unzufriedenheit“.
 
LASST MÄNNER RÖCKE TRAGEN!
 
Obwohl das Patriarch beide Geschlechter in die Sackgasse führt, propagieren rechte Parteien die starren, althergebrachten Geschlechterrollen. Vielen erscheinen deshalb neo-patriachale Figuren wie der designierte US-Präsident Donald Trump noch als „vernünftig“ und „überzeugend“. Es ist daher die Aufgabe des Feminismus und der „Masculinity Studies“ beide Geschlechter aus der unglücklich machenden Rollenverteilung zu befreien. Lasst Männer weinen! Lasst sie Röcke tragen! Nur wer sein darf, wie er ist, kann ein authentisches und erfülltes Leben haben.

 




Philosophy unbound, Spektakel Wien
8. Dezember, 20.00 Uhr, freier Eintritt

 


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