Diese 7 Indie-Filme musst du gesehen haben!

Ach, die gute alte romantische Komödie, wie wir sie kennen und lieben: Boy meets Girl, sie kommen zusammen, irgendetwas Schlimmes passiert – doch in letzter Sekunde finden sie doch noch zueinander. Dass es tatsächlich ein Kino gibt, dass sich abseits dieser vorgefertigten Handlungsstränge bewegt, vergisst man schnell. Doch unsere Redaktion kennt jede Menge gute Filme, die ganz ohne großen Hollywood-Glamour auskommen. In unserer ultimativen Liste haben wir unsere 7 liebsten Indie-Filme für euch zusammengefasst:

Was nützt die Liebe in Gedanken (2004)

 

„Es gibt zwei Sorten von Menschen. Die, die lieben und die, die geliebt werden.“ Ja, klingt im ersten Moment kitschig und flach, der Film spielt allerdings in einer ganz anderen Liga: Die beiden eng befreundeten Berliner Günther und Paul schwören sich für den Fall, dass sie keine Liebe mehr empfinden, ihr Leben zu beenden und diejenigen zu töten, die sie ihrer Liebe beraubten. Paul ist in Günthers Schwester Hilde verliebt, muss aber mit ansehen, dass sie sich von dem Koch Hans küssen lässt, zu dem auch Günther sich hingezogen fühlt. Als Paul und Günther Hans und Hilde beim Sex erwischen, kommt es zur Katastrophe.

 

 

J’ai tué ma mere/ I killed my mother (2009)

 

“We should be able to kill ourselves in our heads, and then be reborn. To be able to talk, look at each other, be together.“ Dieses Zitat beschreibt den ganzen Kanon Xavier Dolan “J’ai tué ma mere”. Es ist eine coming-off age Story abseits des klischeebehafteten Hollywood-Kinos: Hubert ist 17 Jahre alt und hasst seine Mutter Chantale. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er sich nicht mit ihr streitet. Zum endgültigen Bruch kommt es zwar nie, denn Mutter und Sohn gehen immer wieder zaghaft aufeinander zu, aber gestört ist die Beziehung auf jeden Fall. Nicht einmal über Huberts homosexueller Liebesbeziehung mit Antonin ist die Mutter im Bilde. Eine Gesprächspartnerin findet Hubert nur in seiner Lehrerin Julie, die ihn zum Schreiben ermutigt. Mit der Zeit entwickelt er einen regelrechten Hass auf seine Mutter, so dass er sogar eines Tages herumerzählt, sie wäre verstorben.

 

 

Copenhagen (2014)

 

Nach einer wochenlangen Reise quer durch Europa befindet sich William in Kopenhagen an einem Scheideweg. Kopenhagen ist für ihn nicht nur eine weitere europäische Stadt. Sie ist auch der Geburtsort seines Vaters. Als er sich mit der jugendlichen Effy anfreundet, macht er sich mit ihr auf den Weg, seinen Großvater zu finden. Effys Mischung aus jugendlichem Überschwang und Weisheit fordert William mehr, als jede andere Frau, die er je kannte. Während sich die Anziehungskraft zwischen den beiden aufbaut, fühlt sich William zum ersten Mal in seinem Leben mit jemanden verbunden. Aber trotzdem muss er sich der Vergangenheit seiner Familie stellen.

 

 

Rudderless (2014)

 

Als Sam, der Leiter einer Werbeagentur, seinen Sohn bei einem Unfall verliert, bricht eine Welt für ihn zusammen. Trauernd zieht er sich auf ein Segelboot zurück, auf dem er seinen Kummer mit Alkohol lindern will. Als seine Frau Emily ihm eine Kiste mit Demotapes und Songtexten seines verstorbenen Sohnes gibt, entschließt er sich dazu, diese zu performen. Mit Quentin, den er in einer Bar kennenlernt, gründet er bald darauf eine Band, in der Hoffnung, dem Tod seines Sohnes auf diese Weise einen Sinn zu geben.

 

 

Einen Freund zum Geburtstag (2015) 

 

„Weißt du, das Problem beim Erwachsenwerden ist, dass du ständig du selbst wirst.“ Dass das Erwachsenwerden nicht immer leicht ist, lernt Hauptcharakter Henry in Einen Freund zum Geburtstag: Als Sohn eines evangelikalen Pfarrers wächst man von vornherein unter ganz anderen Bedingungen auf, als die meisten anderen Menschen. Auch Henry Gamble wurde in einen christlichen Haushalt hineingeboren, und ist daher schon immer von Religion umgeben. Als er zu seinem 17. Geburtstag seine engsten Freunden zu einer Poolparty einlädt passiert etwas, dass gegen Henrys gesamte Erziehung strebt: Je später der Abend wird, desto mehr offenbaren sich heimliche Gefühle in Henry, die er für einen anderen Jungen hegt.

 

 

Adult World (2013)

 

Amy Anderson ist eine frischgebackene College-Absolventin mit einem Abschluss in Poesie. In der Überzeugung, der nächste Star der Literaturszene zu sein, zieht sie zu ihren Eltern zurück, um Gedichte zu schreiben. Nach einem Stapel abgelehnter Bewerbungen, mit abzuzahlenden Studienkrediten am Hals und ohne eigenes Einkommen, zwingen ihre Eltern sie jedoch irgendwann, sich eine „richtige“ Arbeit zu suchen. Aber der einzige Job, den sie ergattern kann, ist als Verkäuferin im Erotikbuchladen Adult World. Dort trifft sie ihren Lieblingspoeten Rat Billings, der ihr anbietet, seine Assistentin an der Syracuse-Universität zu werden. Mit der Hilfe ihres Kumpels Alex und trotz schmerzhafter Fehlschläge versucht Amy den Drahtseilakt zu meistern, den das Leben als Künstlerin und Erwachsene mit sich bringt.

 

 

Siebzehn (2017)

 

Es ist eine österreichische Produktion, die zumindest im deutschsprachigen Raum Wellen geschlagen hat: Paula ist siebzehn Jahre alt und eine der intelligentesten Schülerinnen ihrer Klasse. Insgeheim ist sie in ihre Mitschülerin Charlotte verliebt, die mit Michael allerdings einen festen Freund hat. Trotzdem kann Paula ihre Hoffnung nicht ganz aufgeben, dass Charlotte sich vielleicht doch irgendwie zu ihr hingezogen fühlt. Es ist ein in Sommerfarben getränktes Bild der ersten Liebe und der Suche nach sich selbst.

 


Text: David Barczik

Bild:  Filmstill aus Siebzehn, © Orbrock Film