Wer kennt sie nicht: Die lästigen Kratzer, die wie aus dem Nichts erschienenen blauen Flecken, die Narben als ein unerwünschtes Relikt aus Kindheitstagen. Dass es tatsächlich möglich ist, unseren Körper im wahrsten Sinne des Wortes hautnah abzubilden und ebenjenen kleinen Makeln einen ästhetischen Wert abzugewinnen, das schafft wohl nur ein Künstler wie Florian Hetz:

„The Matter of Absence“ heißt sein neuster und gleichzeitig erster Bildband, der schonungslos ehrlich ganz nah dran ist. Nah dran an allem, was der menschliche Körper zu bieten hat, und dadurch irgendwie gleichzeitig viel weiter weg: Denn inmitten von all der Haut kann es schon mal vorkommen, dass man nicht genau einordnen kann, welche Stelle man gerade vor sich hat.

 

Der Körper als Sexobjekt

 

Eine ausgefallene Wimper, feine Härchen, ein Wassertropfen, der sich langsam seinen Weg das Kinn hinunter bahnt: In Hetz’ Bildern steckt in jedem noch so nüchternen Detail eine verführerische Ausdruckskraft.

„By showing very little of the surrounding, the close-ups offer a wide field of storytelling. The narrative happens rather in the head than on the photo, what leads to that particular moment becomes equally important as the moment itself“,

so der Künstler in einem Artist-Statement. Aber die Bilder sollen nicht nur die erotische Vorstellungskraft stimulieren; gleichzeitig sollen sie unser Verständnis von typischer Portraitfotografie hinterfragen und die Grenzen von Schönheit auf die Probe stellen. Mehr Einblicke findet ihr hier:

 


 

Text: Mona Harfmann
Bilder: Florian Hetz / Bruno Gmünder Verlag
Via: Indie Mag