Zeitgeist

Nirvana, Billie & Co.:
Modeikonen in der Musikbranche

Musik ist eine der schönsten Möglichkeiten, Emotionen in die Welt zu tragen und Millionen Menschen zu fesseln. Kaum jemand ist heute noch ohne Musik unterwegs, sie ist Begleiter im Alltag und steht dank Smartphones und Co. permanent zur Verfügung. Angebote wie Spotify Premium lassen sich nach Bedarf kündigen und zubuchen, sodass die eigenen Wünsche im Fokus stehen. Wie prägend Musik für Menschen ist, zeigt sich auch im Modebereich. Schon seit Jahrzehnten gibt es immer wieder Modeikonen, die durch ihre Auftritte in Musikvideos ganze Generationen prägten und neue Trends generierten. 

Nirvana brachte den Grunge in den Alltag

Bis heute wird der Nirvana Song smells like Teen Spirit diskutiert, gehasst, geliebt. In den 90-er Jahren sorgten Kurt Cobain und Band mit dem Musikvideo für einen Hype, der sich lange halten konnte. Modische Zwänge waren für den Rocker ein Graus und so entschied er sich für einen Schlabberlook ohne besonderen Stil, auch als Grunge bezeichnet. Selbstdarstellung, Modetrends, Konsum? All das war Cobain und seiner Band zuwider und so setzte er einen Trend wider Willen. Denn spätestens seit das Musikvideo des Songs über die Mattscheiben flackerte, war der modische Grunge plötzlich ein wichtiger Bestandteil in der Modebranche. Speckige Jeans, Sweatshirts mit Löchern und unförmige Jeansjacken waren plötzlich global in Mode.

Mit den Spice Girls zur knallbunten Mode

Als die Spice Girls mit ihrem Song Wannabe ihren ersten musikalischen Hit landeten, ahnten sie nicht, dass sie auch den Lifestyle unter jungen Frauen verändern würden. Knallbunt und auffällig zeigten sich die fünf Frauen auf der Bühne, jede mit einem anderen Style. Die eine trug Miniröcke, die andere das rosa Babydoll. Der Vorteil für die Fans: Für jeden Geschmack gab es die richtige Ikone und so dauerte es nicht lange, bis sich Leo-Prints, Etuikleider und Overkneeboots in zahlreichen hippen Stores wiederfanden und die Spice Girls nicht nur musikalisch, sondern auch modisch zu den größten Vorbildern wurden. 

Mit Avril Lavigne wurde der Skater-Look frauenkompatibel 

Während Britney Spears und Christina Aguilera mit ihren Outfits vor allem auf sexualisierte, feminine Mode setzten, wagte Avril Lavigne den Stilbruch und konnte sich damit einen Platz im Himmel der Modeikonen sichern. Tanktop, Krawatte und Baggy Pants machten ihren Style aus und sie wurde zur Vorreiterin der Emo-Generation. Auch wenn der Emo-Style heute als ausgestorben gilt, konnte Lavigne den Kids rund um die Jahrtausendwende ein starkes Vorbild sein und dafür sorgen, dass sich der coole Skater-Look auch unter Frauen ausbreitete. 

Cher als eine der bekanntesten Ikonen der LGBTQIA+ Szene 

Cher und ihre Songs sind weltweit bekannt und mit ihren Outfits sorgte sie nicht selten für einen Skandal. Und dennoch gehört sie bis heute zu den bekanntesten Stilikonen und wird in der LGBTQIA+ Community als eine Gay-Ikone gefeiert. Ob hippe Schlaghosen oder String in Netzstrumpfhosen, jedes Video von Cher wurde als willkommene Abwechslung der sonst so biederen Modeszene gefeiert. Ihre Outfits heimsten mehr als einmal Kritik ein, zu freizügig, zu obszön, zu provozierend. Doch der Hippie-Frohnatur machte all die Kritik nichts aus, sie setzte Zeichen, sie kämpft für Gleichberechtigung und sie ist durch ihre ganz persönliche Art bis heute eine der prägendsten Figuren der Musik- und Modewelt. 

Mit Prince wurde der peppige Mann salonfähig

Männer tragen gedeckte Farben, Frauen dürfen leuchten. Eine Moderegel, die Prince in den 80-er Jahren gehörig durcheinander wirbelte. Mit seinem Hang zu femininen und starken Farben, zu Plüsch, Rüschen und Pailletten sorgte er für jede Menge Aufmerksamkeit. Sein Ausschnitt, seine Goldkettchen und die Selbstverständlichkeit, mit der er seine feminine Seite auslebte, stellten die Modewelt auf den Kopf. Zwar setzte sich sein Trend nicht flächendeckend durch, doch er half Männern dabei, aus dem androgynen Kleidungsmuster herauszukommen und ihre feminine Seite zu betonen. 

Madonna setzte mit ihren Outfits auf Emanzipation

Wenn es um Skandale geht, ist Madonna nicht weit. Sie nutzte und nutzt ihren Körper, um damit selbst die prüdesten Gesellschaftsnormen zu provozieren und gegen die Unterdrückung der Frau zu kämpfen. Eines ihrer stärksten Highlights ist der Cone-Bra, ein spitz zulaufender BH, der die Brust auf eine ganz besondere Art in Szene setzt. Madonna ermunterte ganze Generationen dazu, ihren Körper nicht aufgrund ihres Geschlechts zu verstecken, sondern die Vorzüge zu betonen und stolz auf die eigene Weiblichkeit zu sein. 

Billie Eilish setzt Trends gegen Body Shaming 

Die junge Künstlerin Billie Eilish setzt sich dafür ein, Body Shaming endlich aus dem Alltag zu vertreiben. Sie kämpft gegen die übersexualisierte Gesellschaft und zeigt sich provokant in überweiten T-Shirts und Baggy-Hosen. Damit will sie Jugendlichen auf der ganzen Welt zeigen, dass sie nicht den typischen Modetrend mitgehen müssen, sondern sich so kleiden dürfen, wie es ihnen gefällt. Kritik an ihrem Style lässt die Mode- und Musikikone nicht zu. Sie will niemandem das Frau-Sein verbieten, doch wer sich sexy kleidet, muss es aus eigener Überzeugung tun, nicht weil die Mode es gerade vorgibt. 

Die Ramones und ihr Hang zum Minimalismus

Die Ramones sorgten schon Mitte der 70er Jahre für einen Modetrend, der bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist. Sie trugen Lederjacken. T-Shirts, zerrissen Jeans und einfache Turnschuhe. Minimalistisch, nicht überstylt und zeitlos, ein Look, der nie wieder ganz von der Bildfläche verschwand. Erst Mitte der 2000er Jahre war die zerrissene Jeans beliebter denn je. Nicht mehr Marke Eigenbau, sondern im Geschäft gekauft wurde der Ramones-Stil zwischen 2010 und 2015 nicht nur unter Männern erneut gelebt. Und auch die Lederjacke ist zu einem prägenden Stilfaktor der modernen Gesellschaft geworden. Lederjacken gehen immer, nicht nur bei Rockern, sondern auch im ganz normalen Alltag. 

Die Sex Pistols brachten den Punk-Style in den Mainstream

Damit hätte die Kultband Sex Pistols selbst am allerwenigsten gerechnet. Als sie zusammen mit den Designern Malcom McLaren und Vivienne Westwood ihren Punk-Look kreierten und sich mit Nietenlederjacke, Sicherheitsnadeln im Ohr und Springerstiefeln auf die Bühne wagten, sorgten sie für einen Aufschrei in der Modewelt. Die knallbunt gefärbten Haare, die provokativen Sprüche auf den T-Shirts, niemand ahnte damals, dass der Look innerhalb weniger Wochen und Monate die Punkszene dieser Welt deutlich vergrößern sollte. Plötzlich wurde es salonfähig, die Haare nicht nur braun, blond und rot zu tragen, sondern auch blau, grün und lila. Und die Sicherheitsnadel ist in der Punkerszene noch bis heute eines der beliebtesten Schmuckstücke.

Header: Charisse Kenion via unsplash

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