Der Modeschöpfer Hubert de Givenchy ist am Samstag im Alter von 91 Jahren verstorben, und hinterlässt damit ein kulturelles Erbe, dass nicht nur die Modewelt, sondern auch die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts geprägt hat. Wir erinnern uns zurück an all die Momente, in denen Givenchy bewiesen hat, dass Mode mehr ist, als nur ein Fetzen Stoff:

Es war ein besonderer Tag, als das teuerste Filmkostüm überhaupt für 692.000 € an einen anonymen Bieter bei Christie’s in London versteigert wurde. Die Rede ist vom ikonischen Kleid, an das sich absolut jeder, der schon einmal den Hollywood-Klassiker Breakfast at Tiffanys gesehen hat, erinnert. Audrey Hepburn, selbst eine enge Freundin des Modeschöpfers Hubert de Givenchy, hat sich in ihrem schwarzen Givenchy-Dress vermutlich für immer in die Köpfe aller Filmliebhaber*innen eingebrannt, während sie in ihrem New Yorker Apartment zusammen mit ihrem namenlosen Kater eine Zigarette nach der anderen rauchte.

 

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Audrey Hepburn in “Breakfast at Tiffanys”

Szenen wie diese waren es, die bezeichnend sind für das Schaffen des Modeschöpfers Hubert de Givenchy: Schon im Alter von 24 Jahren, 1952, präsentierte Givenchy seine erste Couture-Kollektion – ein Jahr später traf er das erste Mal auf die Schauspielerin Audrey Hepburn, die er zuerst für den Film Sabrina, und dann auch noch weitere 40 Jahre lang mit Einzelstücken aus seinem Atelier ausstattete.

Doch es war nicht der einzige prominente Givenchy Auftritt, der den Designer in eine Modeliga mit großen Marken wie Chanel, Balenciaga oder Louis Vuitton hob: Als am 25. November 1963 die Beerdigung von John F. Kennedy auf dem Nationalfriedhof in Arlington stattfand, beobachtete ganz Amerika dessen Witwe Jacky Kennedy in ihrem Trauerkleid von de Givenchy.

 

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Als einer der Mitbegründer des kleinen Schwarzen hielt er sich in seinen Designs jedoch nicht immer zurück: Grelle Farben waren oft in seinen Entwürfen und auf dem Laufsteg zu sehen, ausladende Hüte, die oftmals das Gesicht der Models bedeckten, mal verspielter, mal streng und eng am Körper seiner Musen orientiert.

 

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Bis 1996 noch arbeitete Hubert de Givenchy als Chefdesigner seiner eigenen Marke, die er 1988 an LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) weiterverkauft hatte.


Text: Alex Baur