In Bradley Coopers Regiedebüt tritt Pop-Ikone Lady Gaga in die Fußstapfen von Hollywood Legenden Janet Gaynor, Judy Garland und Barbra Streisand im mittlerweile dritten Remake von A Star Is Born, und begeistert an Coopers Seite nicht nur durch ihre gesangliche Leistung. Wir wurden vom Artis International zur Neueröffnung eingeladen, und durften den lang erwarteten Film bereits einen Tag vor der offiziellen Premiere sehen.

Die tragische Love Story von einem internationalen Rockstar, der einer jungen Sängerin dabei hilft, ihre Karriere aufzubauen, während seine eigene durch seinen Alkoholismus immer weiter schwindet, ist mittlerweile mehr als bekannt—und daher auch recht vorhersehbar. Jedoch sind es die grandiosen Performances von Cooper und Gaga, die diese Neuauflage zu einem absoluten Kinohighlight machen, und ihnen in der kommenden Award-Saison bestimmt auch unzählige Nominierungen und einige Gewinnen bescheren wird.
 

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Vom ersten Moment an, als wir Gaga auf der großen Leinwand sehen ist klar, dass sie in ihrer transformativen Darbietung von Ally vollkommen aufgeht. Sie spielt ihren Charakter mit voller Überzeugung und Hingabe, und wir vergessen immer wieder, dass sie als Schauspielerin noch eine relative Newcomerin ist. Sie macht aus Ally eine durch und durch dreidimensionale Figur, komplett mit eignener Mimik und Gestik, die unfassbar charmant ist. Allys bisheriger musikalischer Misserfolg wird ihrer mangelnden Attraktivität zugeschrieben, doch Gagas unkonventionelle Schönheit erinnert bloß noch mehr an ihre Vorgängerin Barbra Streisand. Als sie dann noch zu singen beginnt, wird jedem wieder sofort klar, warum sie überhaupt so ein Weltstar geworden ist. Wieso das mit ihrer Filmkarriere so lang gedauert hat, bleibt uns schleierhaft. Entschuldigt den plumpen Wortwitz, aber ein Filmstar ist geboren!
 

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Bradley Cooper steht ihrer Performance aber in nichts nach. Der Mann ist nicht nur wunderschön und ein unheimlich talentierter Schauspieler, er kann auch noch singen—und zwar so richtig! Als von der Sucht gezeichneter Musiker Jackson Maine trifft Cooper jeden Ton, und schafft es dazu noch, uns trotz seiner Charakterschwächen Sympathie und Mitgefühl für ihn empfinden zu lassen. Die Chemie zwischen ihm und Gaga ist elektrisch, was die vignettenhafte Darstellung ihrer Liebesbeziehung trotz schneller Sprünge glaubwürdig und echt wirken lässt. Auch als Regisseur hat Cooper hier eine fantastische Leistung hingelegt, und wir hoffen, auch in Zukunft mehr von seiner Arbeit auch hinter der Kamera zu sehen.
 

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Zu guter Letzt bleibt noch der Soundtrack, aber dass der fantastisch werden würde, haben wir ja sowieso nie bezweifelt. Neben der Rockballade “Shallow”, die bei uns seit einer Woche rauf und runter läuft, gibt’s auch endlich eine offizielle Version von Gagas “La Vie en Rose” Cover zu hören. Dazu gibt’s noch neue Gaga Popsongs wie “Why Did You Do That?”, zu denen wir uns schon im Club tanzen sehen, sowie das herzzerreißende “I’ll Never Love Again”, das wir nach der Schlussszene am liebsten gleich nochmal gehört hätten. Rechtzeitig zum Filmstart ist auch der Soundtrack mit einigen Extra-Songs ab heute erhältlich, falls ihr euch gleich auf den Kinoabend einstimmen möchtet. Das wunderschön renovierte Artis International ist übrigens der beste Tipp, um den Film im Originalton ohne lästige Untertitel erleben zu können. Man muss kein Gaga-Fan sein, um den Film gut zu finden, aber Little Monsters kommen auf alle Fälle absolut auf ihre Kosten.
 


 

Text: Philipp Rossmann