Depressionen, Angst- und Stressattacken : Das alles sind laut einer australischen Studie Symptome, die Menschen mit Pornosucht aufweisen können. Manche Menschen kommen vom Porno-Konsum im Internet nicht mehr weg, mit dem Ergebnis, dass sie die eigene psychische und seelische Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Doch unabhängig von der Pornosucht – die vermutlich nur das Ende einer langen Reise durchwichster und (wie sagen Frauen?) Nächte ist – was stellt Pornografie eigentlich mit uns an? Mit unserem Lustempfinden? Den Vorstellungen? Und mit der Liebe?

Fangen wir bei der heutigen Jugend an: Sie kennt verschiedenste Sexstellungen, sie weiß, was Analsex ist, und, dass Jungs es lieben, wenn man ihren Schwanz lutscht. SM, Gangbang, MILFS/DILFS – das Netz bietet alles, was das Herz eines pubertären Teenagers möchte. Jungs wird beigebracht, dass Frauen Objekte sind und Mädchen wird beigebracht, dass sie Sex am besten mit zwei Typen gleichzeitig haben.

Übrigens finden vor allem Frauen Pornos oftmals eher angsteinflößend, als anregend.

Dieser „ungeschützte“ (anderes Thema) Sexkonsum, könnte die persönliche sexuelle Entwicklung beeinflussen. Soll heißen: Je häufiger Menschen etwas sehen, für umso normaler halten sie es. Je mehr Pornos die (jungen) Menschen konsumieren, desto komplizierter wird es im Laufe der Zeit herauszufinden, was sie eigentlich wirklich wollen.

Und gerade das „Herausfinden, was man wirklich möchte“ gehört mit zu den schwersten Dingen, sowohl für junge als auch erwachsene Menschen.

So wie Disney uns unrealistische Vorstellungen von Liebe vermittelt hat, so vermitteln uns Pornos (ja, auch den erwachsenen Menschen) unrealistische Vorstellungen von Sex. Spätestens wenn man(n) merkt, dass 2-in-1 eben doch nicht so entspannt geht, wie das in den Filmen immer aussieht.
 
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Nun bedeutet das natürlich nicht, dass alle Pornos schlecht sind. Gerade für die schnelle Befriedigung (vermutlich vor allem beim Mann) sind die natürlich bestens geeignet – aber, wie so oft kommt es auf die Dosis an. Wer sich jeden Tag mehrere Stunden auf Pornhub rumtreibt, der hat eventuell ein Problem. Und wer denkt, dass das, was in Pornos passiert, alles real ist, der hat ebenfalls ein Problem.

Es gibt (vor allem für homosexuelle Menschen) noch einen weiteren Grund, warum Pornos durchaus wichtig sind: Oftmals sind die Schmuddelfilme und Bilder aus dem Internet, das Erste, was junge Menschen sehen, bei dem es gleichgeschlechtlichen Sex gibt.

Und was ist nun mit der Liebe? Bei Pornos geht es nur um Lust und Sex und der Lust am Sex. Die Liebe bleibt da tatsächlich außen vor, dafür ist ja auch Disney zuständig. Und dass es auch dort nicht immer mit rechten Dingen zugeht, das können Menschen nur am eigenen Leib spüren.

Am Ende ist das alles auch immer eine Frage der Selbstreflexion – It’s not reallife! It’s Porn!


Text: Stephan Otto