Am vergangen Freitag brachten die Bundesländer Berlin, Bremen, Hessen, Saarland sowie Schleswig-Holstein eine Gesetzesinitiative in den Deutschen Bundesrat ein, deren Ziel es ist, sog. Konversionstherapien zu verbieten. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, mit denen homo- und bisexuelle Menschen von einer angeblich gestörten sexuellen Orientierung geheilt werden sollen. Dabei führen diese bei Betroffenen oft zu schwerwiegenden psychischen Belastungen wie Depressionen, Angsterkrankungen oder ein erhöhtes Suizidrisiko. Darüber hinaus schürt die Pathologisierung von Homo- und Bisexuellen Vorteile, Diskriminierung und Abwertung.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der NRWSPDqueer, Fabian Spies: “Homo- und Bisexualität sind keine Krankheiten. Sie stellen auch keinen behandlungsbedürftigen Zustand dar. Ganz im Gegenteil: Sie sind gleichwertige Varianten von sexuellen Orientierungen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO und der Deutsche Ärztetag betonen. Dennoch werden außerhalb unseres Gesundheitssystems sog. Konversionstherapien angeboten, die behaupteten, Homo- bzw. Bisexualität in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten umwandeln zu können und den Eindruck vermittelten, dass Homo- bzw. Bisexualität Erkrankungen sein.

 

 

NRWSPDqueer lehnen jedwede Art dieser „Homoheilung“ strikt ab. „Behandlungen“ der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität verletzen nicht nur das verfassungsrechtlich geschützte allgemeine Persönlichkeitsrecht. Sie können zur Ablehnung der eigenen sexuellen Identität führen und schwerwiegende psychische Belastungen wie Depressionen Angsterkrankungen zu einem erhöhtes Suizidrisiko nach sich ziehen. Desweiteren stellt die Pathologisierung von Homo- und Bisexualität eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dar, die ein gesellschaftliches Klima befördert, das die Diskriminierung, Abwertung und Stigmatisierung homo- und bisexueller Personen verstärkt. Auch in ihrem aktuellem Programm zu Europawahl fordert die SPD daher ein Verbot solcher Konversionstherapien.

 

Quelle Landesarbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der NRWSPD (NRWSPDqueer)