Diesen Artikel solltest du lesen, wenn… 

  • du auf Rihanna, Taylor, Lana, Katy oder Madonna stehst.
  • dein Herz immer offen für trashy lyrics ist.
  • du (un-)gerne Texte hinterfragst …
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    Was bedeutet eigentlich schlecht? Des einen Müll ist des anderen Schatz. Und oftmals wissen wir selbst nicht so genau: Ist das jetzt eigentlich richtig genial, oder völlig bescheuert? Was mögen Taylor Swift, Katy Perry, Lana Del Rey, Madonna und Rihanna gedacht haben, als sie in einem weißen Negligé bekleidet am Fenster sitzend die folgenden Zeilen zu Papier gebracht haben:


    TAYLOR SWIFT – LOOK WHAT YOU MADE ME DO

     

    I´m sorry, the old Taylor cant come to the phone right now. Why? Oh, cause she’s dead!

    Taylor war damals so edgy, dass sie fast nicht mehr aufs Scheunenfest durfte. Jetzt kann man mir natürlich vorwerfen: “Pff… Das ist doch alles Schnee von gestern! Der Song ist mittlerweile auch schon 3 Jahre alt.” Also 10 Jahre in Pop-Zeit. Das mag alles stimmen, aber dass sich Taylor in den letzten Jahren jetzt auch nicht urplötzlich zum Bob Dylan des Bubblegum-Pop entwickelt hat, beweist sie mit Lyrics wie “Hey, Kids! Spelling is fun!” aus ME!. Aber ist dieser cheesy-Faktor vielleicht sogar brilliant berechnet? Immerhin bringen Taylor’s Ausrutscher immer wieder Twitter zum brennen. Langsam werd ich hier aber arg zynisch. Look what you made me do, Taylor! 

     

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    KATY PERRY – INTO ME YOU SEE

     

    Katy Perry ist für gewöhnlich ein Garant für fragwürdige Wortformationen. Ihrem “kreativen” Geist haben wir lyrische Goldstücke wie “Do you ever feel like a plastic bag?” oder “Got me spread like a buffet” zu verdanken. Sexy. Aber das ist doch alles Mainstream! Richtige Trash-Hipster wie ich feiern ihren wahren Underground-Wortdurchfall, wie in Into Me You See:

    Into me, you’ll see / You bend me wide open / now I’m ready / Is this intimacy?

    Wirkt jetzt erstmal nicht so schlimm, aber lass die Worte etwas länger auf dich wirken, and you’ll see … Dieses Wortspiel: Ist das Kunst, oder darf das weg?
     

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    LANA DEL REY – BODY ELECTRIC

     

    Lana’s Kosmos dreht sich praktisch ausschließlich um die Themen „Mach mich zum Star, Daddy“ oder „Ich zieh mein rotes Kleid an. Das macht mich traurig“. Noch schnell ein paar obskure Vintage-Referenzen darüber gestreut und fertig ist der Urban Outfitters unter den Pop-Songs. Den Vogel abgeschossen hat sie mit Lyrics aus Body Electric:

    Elvis is my daddy / Marilyn’s my mother / Jesus is my bestest friend.

    So elegant sich Lana für gewöhnlich am schmalen Spagat zwischen seriöser Songwriterin und Selbstparodie bewegt, so heftig ist sie hier ausgerutscht. Oder ist es gerade diese Verbindung von Religion und Hollywood-Ikonographie, die einen subversiven Kommentar über das amerikanische Wertesystem vermuten lassen? Eher nicht. Don’t be sad, girl.
     

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    RIHANNA – BIRTHDAY CAKE

     

    Was wäre eine weird lyrics-Liste ohne RiRi? Manchmal sind es einsilbige Verben, die sie einem in stoned wirkender Intonation um die Ohren pfeffert. Wie in Work. Manchmal sind es aber auch Nomen. Wie in Birthday Cake:

    He want that cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake, cake

    An dieser Stelle wird aus dem kurzen Wort mehr ein Teil des rhythmischen Ensembles. Eine bewusste Antithese zu dem ausufernden Phrasengedresche ihrer KonkurentInnen? Oder eine kreative Bankrotterklärung? Auf alle Fälle wünschen wir uns nichts sehnlicher, als einen träumerischen Poesie-Band von Rihanna. Please, make it happen!

     

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    MADONNA – GOD CONTROL

     

    Ähm … Who’s Madonna? Wow, ich muss noch immer Taylor’s bad girl-Vibes spüren, oder wie könnte ich die letzte lebende Pop-Queen in Frage stellen. Das soll sie bitte ganz alleine machen. Denn das beste (?) kommt bekanntlich zum Schluss. In diesem Fall sind es Lyrics von Madonna’s unbeholfenen Ausflug in den Arty-Pop mit God Control. Wahrscheinlich hast du den Song nie gehört (who did?), deshalb sei versichert: Auch in im Kontext der (zugegeben sehr positiven) Message über verschärfte Waffengesetze machen diese Zeilen wenig Sinn. Um ehrlich zu sein mache ich mir sogar ein bisschen Sorgen um die Arme. Is she alright?

    People think that I’m insane / The only gun is in my brain / Each new birth, it gives me hope / That’s why I don’t smoke that dope / Insane people think I am / Brain inside, my only friend / Hope it gives me birth each new / That dope I don’t smoke, it’s true.

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    Man merkt schon: Manchmal versteckt sich wahre Poesie an den ungewöhnlichsten Stellen. Oder auch nicht. In diesem Fall wahrscheinlich eher nicht. Aber dennoch: Wir lieben unsere Queens und ihre manchmal etwas verwirrten lyrischen Eskapaden.

     

    Text: Christoph Huber
    Header: Lana Del Rey / Rihanna / Taylor Swift