Ich bin so absolut kein See- oder Freibadmensch. Wenn andere aufgeregt Handtuch und Badehose in die Tasche werfen, verdrehe ich die Augen. Meine Freunde fragen mittlerweile schon gar nicht mehr, ob ich mitkommen möchte – die Antwort lautet sowieso “Danke, aber: Nein, Danke!” und die paar Male, die sie mich doch breitschlagen konnten, saß ich am Rand, habe mir einen Aperol nach dem nächsten reingezwitschert und mich über alles und jeden beschwert. Die lauten Kinder, die viel zu heiße Sonne, die gesalzenen Preise für den Aperol, David Guetta in Dauerschleife, fehlende Hygiene, Sand an Stellen, an denen ich keinen Sand haben möchte, und die ganzen Poser, die ihre Muskeln spazieren führen. Und da wären wir beim Thema: Beach Body.

Das scheint auch bei meinen Freunden gross im Trend zu sein: Im Februar wird das fast vergessene Fitnessstudio-Abo reaktivierte, Detox, Clean-Eating und Saftkuren, denn bald ist es ja schon wieder soweit – Beach Time. Und da will man natürlich einen vorzeigbaren Body haben. Bullshit.

Ich habe da keinen Bock drauf. Vielleicht einer der Gründe, weshalb ich diesen Wasser-Hype boykottiere. Wenn ich Sport mache, dann mache ich das für mich – zum Beispiel um konditionell überhaupt in der Lage zu sein, meine Wohnung im sechsten Stock zu erreichen ohne einen anschließenden Aufenthalt im Sauerstoffzelt.

 
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Oder bleib halt einfach zu Hause. So wie ich. Da ist es eh viel kühler.

Nein, ernsthaft: Dieses sommerliche Body Shaming nervt. Wenn man an den See oder ins Freibad gehen möchte – aus mir rätselhaften Gründen, aber gut – dann soll man das bitte auch tun. Egal, ob zu viel oder zu wenig, Muskeln oder keine Muskeln. Macht euch mal frei von diesem Zwang zum gestählten Körper. Danke. Ihr findet mich dann im Schatten.