Seine Werke kreisen um das Thema Alter, Sexualität, Isolation sowie Geschichte, und erzählen von der Spannung zwischen Sexualität und Intimität:

Auf Matthew Morroccos Bildern erkennt man Vertrauen und eine Verbindung zweier Menschen – bzw. zwischen Model und Fotograf – und nicht einfach nur schale Nacktheit. Nicht verwunderlich also, dass Matthew ausschließlich Personen fotografiert, bei denen er sich auch persönlich wohl fühlt. Dabei muss die körperliche Intimität nicht zwingend involviert sein: Gerne integriert er sich selbst in den Fotos, die während seiner Sessions entstehen. Oft hält er sich dabei nur im Hintergrund auf, doch auf manchen Bildern könnte man meinen, man beobachtet ihn gerade beim Kuscheln danach.

Wie Matthew uns erzählt, erkannte er mit 20 Jahren, dass ältere Männer, besonders jene ab 60, die interessanteren Geschichten und Ideen hatten. Vor allem der ausgeprägte Sinn für die eigene Person und die Umgebung übt einen hohen Attraktivitätsgrad auf ihn aus. Davon angezogen, entschied er sich dazu, den fotografischen Fokus nur noch darauf zu setzen.

Mit den richtigen Leuten in Kontakt zu kommen sei nicht immer leicht, berichtet er. Oft dauere es Jahre, bis sich die Person seines Begehrens ihm öffne, und nackt (bis halbnackt) für ihn posiere. Der 25 Jährige baut dabei auf Kommunikation, und spielt mit offenen Karten, wenn es darum geht, sein Anliegen an den Mann zu bringen. Er findet seine „Motive“ meist online, aber auch in der U-Bahn oder im Supermarkt.

„Ich benutze die Kamera als Werkzeug mich selbst vorzustellen und jemanden, den ich interessant finde, näher kennen zu lernen. Für mich ist das Fotografieren der erste Schritt in Richtung Freundschaft“, erzählt uns der Künstler, dessen Arbeiten bereits in New York’s Temp Art Space ausgestellt wurden.

Auch privat lässt sich der Amerikaner von der Gesellschaft nicht vorschreiben, wen er lieben darf. Er beurteilt nach inneren Werten: Matthew macht gerade seinen Master of Fine Arts an der Columbia University, und plant künftig auch jüngere Freunde zu fotografieren, und sich dabei mit dem Thema Geschlecht und Herkunft auseinander zu setzen. Wir dürfen gespannt sein. In unserer Bildergalerie könnt ihr noch weitere seiner Bilder bewundern:
 




 

Text: Britta Tess

Via: vice.com