Chapter 1: "We Are All Stars Here!" - Prologue - VANGARDIST MAGAZINE

Chapter 1: “We Are All Stars Here!” – Prologue

Idole sind die fleischgewordenen Wertvorstellungen einer ganzen Generation. Als Vorbilder sind sie unsere richtungsweisend für den späteren Lebensweg und Kraftquelle, falls dieser uns einmal in eine Sackgasse führen sollte. Einige mutige wie Billy Porter, Lil Nas X oder Elliot Page brechen mit reaktionären Traditionen und nutzen ihren Einfluss, um die Welt ein bisschen freier zu machen. Gerade Pop- und TV-Sternchen haben so schon viel für die queere Community und LGBTQIA+ Rechte erreicht.

CEO & Founder Julian Wiehl

Aber es ist nicht alles Unicorn-Poop was glänzt. Hinter den Fassaden sieht es oft eher traurig aus. Erfolgsdruck, Süchte und kommerzielle Ausschlachtung sind nicht selten die wahre Lebensrealität unserer Sternchen. Gerade in den letzten Jahren wurde publik, wie unsere liebgewonnenen Idole unter Knebelverträgen, erpresserischen Managern und nicht zuletzt sogar sexueller Gewalt leiden.

Früher mussten ein Freddy Mercury oder eine Cher zuerst ihr Talent beweisen, bevor sie zu Stars wurden. Heute treten viele Newcomer überhaupt nur mit dem Vorsatz an, reich und berühmt zu werden. Die Peinlichsten von ihnen mieten sich den Sportwagen und die Millionen-Villa schon vorab fürs Foto. Man kann den Erfolg ja nicht früh genug faken. Für Geld tragen sie jede Marke, die sich solche Testimonials leisten kann. Andere Künstler lassen sich per Vertrag vorschreiben, was sie sagen, mit wem sie ausgehen und wen sie lieben sollen. Da wird aus dem Vorbild schnell eine sprechende Reklame. Wo bleiben hier die Werte? Wo die Vorbildfunktion? Auf diese Art werden materialistische Vorstellungen erzeugt, die sich nicht einmal die sogenannten Stars selbst leisten können.


“Einsam flackern wir in einem Universum voller Sterne,
die selbst alle bewundert werden wollen.”


Die sozialen Medien haben diesen Trend nur noch beflügelt und unters gemeine Volk gebracht. Mit viel Filter und Effekt verzaubern wir unseren tristen Alltag in ein Jet-Set-Leben. Geblendet vor lauter Schein, weiß am Ende niemand mehr, wer er oder sie hinter den vielen Fassaden überhaupt noch ist und was sie oder er wirklich fühlt. Wer Emotionen will, ballert sich ganz wie die Großen am Wochenende seine Partypulver rein. Am Sonntag wird dann die Einsamkeit mit dem Teddy geteilt, den uns Mutti noch in die Großstadt mitgegeben hat.

Damit sind wir wirklich in der Lebensrealität der Stars angekommen. Einsam flackern wir in einem Universum voller Sterne, die selbst alle bewundert werden wollen. Dabei wollten wir doch nur gesehen und geliebt werden. So wie unsere Idole. Leider hat uns das vorher keiner gesagt. Außer eurem Lieblings-Vangardist Magazin! Wir haben euch lieb, so wie ihr seid! Denn für uns seid ihr die Stars! Flacker, flacker!