Chapter 4: Unconditional Love – Flüchten wir uns in die Selbstliebe?

+++ Triggerwarnung +++

Triggerwarnung: Achtung, dieser Artikel enthält Passagen über physische und sexuelle Gewalt,
Mord und Selbstmord sowie psychische Krankheiten.

Thomas Krebs hat in seiner Kindheit Erfahrungen gemacht, die viele von uns lebensunfähig gemacht hätten. Doch schon von klein auf hat sich der begeisterte Athlet und spirituelle Lehrer geweigert, sich als Opfer zu sehen und einen ziemlich radikalen Weg zu sich selbst gefunden: Zu sein und zu geben, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Heute begleitet er Spitzensportler:innen, zerstrittene Familien, suizidgefährdete Jugendliche und die Besucher:innen des Galaxy Fitness- und Gesundheitsclubs in Brunn am Gebirge auf ihrem Weg in ein bewussteres Leben – und das vollkommen kostenlos.

Am Anfang erfahren wir, was wir nicht sind

…sagt Thomas über die Kindheit. Eine Zeit, in der man ohne große Gegenwehr und im guten Glauben an die Eltern, Kirche, Staat und die Gesellschaft zu einem möglichst unauffälligen aber produktiven Mitmenschen erzogen wird. Doch nicht jede:r passt in diese stereotype Schablone und einige müssen erst mit Gewalt in diese Form gezwungen werden.

„Ich bin das dritte von vier Kindern und wurde durch physische Gewalt gezeugt. Mein Vater war schwerer Alkoholiker und spielsüchtig. Wegen meiner grenzenlose Energie hatte er für sich keine andere Möglichkeit gesehen, als mich durch schweren körperlichen Missbrauch ruhig zu stellen. Meine Mutter war mit den vier Kindern ohne Unterstützung körperlich, seelisch und finanziell schwerstens überfordert. Sie lebte in permanenter Angst, dass die Fürsorge ihr die Kinder wegnehmen würde. Sie war schwer depressiv und legte sich mehrmals auf die Zuggleise, doch bevor der Zug kam, stand sie immer wieder auf und kam nach Hause. Am 29. Jänner 1984 wollte mein Vater sein Leben und das Leben der Familie beenden. Er konnte sich nicht vorstellen, dass wir Kinder nach diesen Erfahrungen noch ein gutes Leben haben würden. Das Schicksal wollte es aber, dass wir als Familie überlebten.“

Viele meiner Freunde nahmen sich das Leben

Auch außerhalb der Familie war Thomas einer gewalttätigen Umgebung ausgesetzt. Als Mitglied einer Straßengang im steirischen Kindberg der 1970er Jahre machte er eine Reihe existenzieller Erfahrungen, die ihn bis heute prägen:

„Für ein bisschen Aufmerksamkeit konnte man mit mir alles machen. Körperlicher Schmerz war für mich Zuwendung. Einmal war ich sogar Augenzeuge einer Auseinandersetzung, die für einen der Beteiligten tödlich endete. Ich sah am laufenden Band Selbstmordversuche. Viele meiner Freunde nahmen sich in jungen Jahren das Leben.“

Auch die Schule war für den Heranwachsenden kein sicherer Ort: 

„In der Volksschule hatte ich einen Direktor, der mich ab der zweiten Klasse regelmäßig in seinem Büro verprügelte. In der vierten Klasse konnte ich ihm dann einmal im Zuge einer dieser Züchtigungen direkt in die Augen schauen und sagen: ‘Sie wissen eh, Herr Direktor, mich müssen Sie töten’.“


Wenn du auf die Welt kommst, dann hast du schon die zwei schwierigsten Momente hinter dir.


Jeden Tag ging es nur ums Überleben

„Ich hatte damals keine Zeit, mir mein Leben vorzustellen oder große Pläne zu machen. Jeder Tag war ein Überlebenskampf.“ Das hat Thomas dazu gezwungen, im Hier und Jetzt zu leben.

„300 Millionen durchtrainierte Sportler:innen (Spermienzellen) kämpfen darum, ein Ei zu befruchten und wenn du es schaffst, bist du Gewinner:in. Wenn du auf die Welt kommst, dann hast du schon die zwei schwierigsten Momente hinter dir. Die Befruchtung der Eizelle und die Geburt. Sobald du auf der Welt bist, hast du einen Wert. Dann bist du ein Mensch. Ich wollte immer leben und ich habe alles, was mir passiert ist, in ein Geschenk verwandelt und es dankbar angenommen. Jeder Moment ist einzigartig und es hat ihn 15 Mrd. Jahre davor noch nicht gegeben. Und jetzt sitzen wir gemeinsam hier. Wow.“

Flucht in den Sport

Ein Anker war für Thomas von frühester Kindheit an der Sport. Das stundenlange Training ließ ihn am Abend vor Erschöpfung schnell einschlafen, ohne dass er sich mit den familiären Themen auseinandersetzen musste.

„Ich war pure Energie, hatte einige Unfälle und bin oft dem Tod nur knapp entkommen. Ertrinken, Sturz vom Baum, Schädelhirntrauma und andere heftige Selbstverletzungen. Vielleicht waren das auch getarnte Suizidversuche, wer weiß. Trotz der Freude am Leben hatte ich keine Angst vor dem Sterben. Ob beim Freeriden, beim Katamaransegeln, beim Ultra-Running oder beim Breakdancen – ich ging immer an meine Grenzen. Das Leben im Augenblick ermöglichte es mir frei von der Vergangenheit zu sein. Und durch mein So-Sein erschuf ich meine eigene Welt und wurde ein Magnet für viele.“

Aufmerksamkeit ist Liebe

Überall eroberte Thomas die Herzen der Menschen. Seiner herzlichen Art, seiner ungebändigten Energie, seiner positiven Ausstrahlung und seinem unglaublichen Humor konnte einfach niemand widerstehen.

„In den unterschiedlichsten Ländern unterhielt ich trotz fehlender Fremdsprachenkenntnisse ganze Gruppen von Leuten. Viele verstanden zwar nicht, was ich sagte, wurden aber durch meine offene Lebensweise mitgerissen.“, lacht Thomas.

Wenn Thomas über Liebe und Verstand redet, dann ist er in seinem Element: „Der Verstand hat 50.000 bis 80.000 Gedanken am Tag. Er interpretiert, etikettiert, analysiert und schubladisiert. Entweder denkt er, was war oder was kommen wird, aber die Gegenwart nimmt er nicht wahr. Er ist Vergangenheit und Zukunft. Aber du bist nicht dein Verstand. Der Verstand ist nur dein bester Freund. Er sagt, das was da ist, mag ich nicht. Ich will das, was morgen ist. Er will immer mehr. Mehr Aufmerksamkeit. Mehr Liebe. Mehr Geld. Aber du brauchst nichts, um zu sein. Das Bewusstsein braucht nichts. Das Bewusstsein will nichts. Es ist pure Liebe. Je mehr du gibst, desto mehr bekommst du. Wenn du im Sein bist, bist du in der Liebe. Und wenn du in der Liebe bist, bist du bei dir.“

Du bist nicht dein Verstand

Wenn Thomas über Liebe und Verstand redet, dann ist er in seinem Element:

„Der Verstand hat 50.000 bis 80.000 Gedanken am Tag. Er interpretiert, etikettiert, analysiert und schubladisiert. Entweder denkt er, was war oder was kommen wird, aber die Gegenwart nimmt er nicht wahr. Er ist Vergangenheit und Zukunft. Aber du bist nicht dein Verstand. Der Verstand ist nur dein bester Freund. Er sagt, das was da ist, mag ich nicht. Ich will das, was morgen ist. Er will immer mehr. Mehr Aufmerksamkeit. Mehr Liebe. Mehr Geld. Aber du brauchst nichts, um zu sein. Das Bewusstsein braucht nichts. Das Bewusstsein will nichts. Es ist pure Liebe. Je mehr du gibst, desto mehr bekommst du. Wenn du im Sein bist, bist du in der Liebe. Und wenn du in der Liebe bist, bist du bei dir.“

Nur „rein-raus“ reicht nicht

Dass das nicht nur für die Liebe zu sich selbst gilt, liegt nach Thomas Verständnis auf der Hand: „Dann bist du auch der:die ideale Partner:in. Weil wenn du dich selbst liebst, dann kann dein Gegenüber so sein, wie es ist. Denn nur rein-raus, das reicht nicht. Die meisten leben in einer Verbrauchergemeinschaft – auch in der Gay Community ist das so. Wenn man sich aufgebraucht hat, dann kommt der nächste. Ich bin noch nicht bei mir und der andere auch nicht bei sich. Beide haben einen starken Schutzschild aufgebaut. Damit kann bei dir keiner richtig eintreten und du auch nicht beim anderen. Erst, wenn du bedingungslos offen bist, öffnet sich der andere auch. Ein echtes, authentisch liebevolles Sein ohne Erwartungen ermöglicht ein Leben in Fülle, Freude und Freiheit. Wenn du in der bedingungslosen Liebe lebst, dann gibt es keine Angst und dann lebst du im Hier und Jetzt. Dann bist du Liebe! Und das ist Wow!“

Infobox

Thomas Krebs ist gerne kostenlos für dich da und erinnert dich daran, wer du wirklich bist. 
Jetzt täglich bei Walking and Talking. Er freut sich auf Dich! Schön, dass es dich gibt!

Kontakt:
Thomas Krebs
Tel.: 0043 699 1369 7811

Galaxy Fitness- und Gesundheitsclub
Brunn am Gebirge
Website: www.galaxy-fitness.at