Eigentlich sind wir alle mit dem Gedanken aufgewachsen, nicht zu fremden Leuten ins Auto zu steigen. Sich nicht irgendwo mit Fremden zu treffen. Und erst Recht nicht Fremden zu schlafen. Dann kam das Internet, und dann kam Grindr – und plötzlich wirft man jede Form von Argwohn über Bord.

Nacktbilder sind mittlerweile ja schon die harte Währung des Online-Datings geworden: Wer schnellen Sex sucht, hat es heute leichter als zuvor. Und so schön diese Vielfalt an Sexpartner*innen auch sein mag, sollte man gerade bei Online-Verabredungen Vorsicht walten lassen – laut einer Studie, die von Sky News veröffentlicht wurde, steigt die Anzahl an Verbrechen nach Online Dates seit Jahren drastisch.

Allein in Großbritannien wurden zwischen 2011 und 2016 insgesamt 2000 Verbrechen im Bezug auf Onlinedating gemeldet. Während es 2011 nur 140 angezeigte Verbrechen waren, stieg die Zahl 2016 auf 676. Das ist eine Zunahme von 382%.

In einem Interview gegenüber Gay Star News erklärte Stephen Morris, der als Bewährungshelfer arbeitet. dass gerade die Zunehmende Zahl an Sextreffen, bei denen sogenannte Chems konsumiert werden für diese steigende Zahl an Verbrechen verantwortlich sein soll. Sollte man bei solchen Treffen Opfer eines Gewaltverbrechens werden, sei oftmals die Hemmschwelle groß, dieses auch anzuzeigen, da die Betroffenen Angst haben, für den Drogenkonsum bestraft zu werden. Diese Verbrechen reichen von körperlicher Gewalt bis hin zu Vergewaltigung oder gar Mord. Gerade Apps wie Grindr müssten laut Morris mehr unternehmen, da oftmals Treffpunkte für Parties oder Drogendeals über das Handy ausgemacht werden.

Grindr nimmt hierzu in einem Statement gegenüber Gay Star News Stellung, indem sie verlauten ließen, dass es dem Anbieter sehr wichtig sei, ein sicheres Umfeld für Sexdates zu schaffen. Dies wollen sie ermöglichen, indem sie User*innen dazu motivieren, illegale Handlungen auf der App dem Anbieter zu melden.  Morris selbst reicht dieses Statement nicht. Er erklärte Gay Star News, dass es die höchste Priorität von Grindr sein sollte, solche illegalen Treffen zu verhindern und sich proaktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Alle, die ein bisschen mehr über Chemsex und Online-Verbrechen erfahren möchten, sollten sich diese Dokumentation von BBC News anschauen:

 

 


Via: gaystarnews